Die Sorge angesichts der politischen Lage in Europa, stand nur kurz im Raum. Dem Bestreben mancher Parteien, das Erbe der Väter, die für ein vereintes Europa kämpften, zu zerstören, setzen die beiden Partnergemeinden Igensdorf und das französische St. Martin la Plaine eine entschiedene Strategie entgegen: Noch mehr Energie und Kraft in eine weitere Vertiefung der 25-jährigen Freundschaft zu investieren.

Bürgermeister Wolfgang Rast (IU) erinnerte sich noch gut an die erste Ankunft der Igensdorfer in St. Martin la Plaine. Ein wenig nervös war man schon, gerade angesichts der tiefen Verletzungen aus der unseligen Vergangenheit zwischen der beiden Länder. Doch die Herzlichkeit, mit der die Igensdorfer empfangen worden waren, wischten alle Bedenken beiseite. "Damit war die Grundlage dafür geschaffen, dass wir heute das 25-jährige Bestehen unserer Partnerschaft feiern können", sagte Rast in der Lindelberghalle zu den 236 Gästen.

Das Jubiläum falle aber in eine Zeit, in der die bisherige Politik der Annäherung zwischen den Staaten in den Hintergrund tritt. Neue Töne würden angeschlagen, die das Verbindende in Frage stelle. Staatsmänner würden gewählt, die Zäune und Mauern bauen. Das leidvolle Ergebnis der Errichtung von Mauern kenne Deutschland nur zu gut.

Die beiden Gemeinden Igensdorf und St. Martin la Plaine hätten andere Wege gefunden. Statt Mauern wurden Brücken gebaut. Brücken, die verbinden, für Begegnung sorgen und die gegenseitige Beziehung unter den Menschen fördern. Einer der Förderer der Partnerschaft, einer der Brückenbauer ist sicherlich Christian Foyelle, der Bürgermeister der französischen Gemeinde St. Martin la Plaine.


Ehrung wird nachgeholt

Mit dem Ehrenring in Silber wollte Bürgermeister Wolfgang Rast nach einstimmigen Gemeinderatsbeschluss seinem französischen Kollegen auszeichnen. Aufgrund eines Todesfalls in dessen Familie konnte er aber an der Jubiläumsfeier in Igensdorf nicht teilnehmen. Rast versprach, die Auszeichnung beim Gegenbesuch vorzunehmen. Denn den Ring würde er gerne persönlich überreichen. Vertreten wurde Bürgermeister Foyelle durch seine Gemeinderätin Isabelle Tornatore.

Auch sie erinnerte an die Zeit des Bangens in Europa und Frankreich durch den Aufstieg populistischer und nationalistischer Parteien, gerade bei der jüngsten Wahl. "Glücklicherweise war das Ergebnis zum Schluss eindeutig und die Freude, dass der neue Präsident europafreundlich ist und der Damenwelt gefällt, ist groß", sagte Tornatore.

"Andere schießen mit Kugeln. Wir pflegen unsere Freundschaft und unterhalten mit Betonkugeln", meinte Tornatore während der Überreichung des Gastgeschenkes: drei Sets Boulekugeln, die bei der neu angelegten Boulebahn in Igensdorf am St. Martin la Plaine Platz nach der Einweihung sicher zum Einsatz kommen. Auch diese Einweihung gehörte zu einem Höhepunkt des vielseitigen Programms für die Freunde aus Frankreich. Der Platz zu Ehren der Partnerschaft ist eine der vielen Gemeinsamkeiten, die sich in zahlreichen Gemeindeprojekten widerspiegeln.


Mit Herzblut organisierte Feier

Herzliche Worte, herzliches Lachen auf einer mit viel Herzblut organisierten Geburtstagsfeier. Der Freundeskreis sang ein Geburtstagsständchen, mit einer gebastelten Torte als Hut. Gabriele Oost, Vorstand des Igensdorfer Freundeskreises betonte in ihrer Begrüßungsrede: "Wir hoffen, dass sich diese Freundschaft weiter vertiefen wird und vor allem unsere Kinder die Partnerschaft weiter pflegen und entwickeln werden".

Auch Isabelle Fournel, Präsidentin des französischen Freundschaftskreises erinnerte an die Anfänge der Freundschaft. "Mit einem Freund an der Seite ist kein Weg zu weit", sagte Fournel. Musikalischen Einlagen von der Igensdorfer Musik- und Trachtenkapelle und dem Tenor Thomas Fahner, rundeten den gelungenen Jubiläumsabend ab.