Ihre Bilanz ist gut, doch vor Kritik schützt das Elena Büttner offensichtlich nicht. Die Citymanagerin kann beispielsweise auf rund 6000 Abonnenten hinweisen, die das Angebot des digitalen Mittagstisches "Forchheimfood" angenommen haben. Die Plattform sei so erfolgreich, dass sie bereits von Städten wie Erlangen, Ingolstadt oder Bamberg adaptiert werde. Neben dem digitalen Mittagstisch hat Büttner auch das digitale Streetworking vorangetrieben. Dennoch wird sowohl ihre Rückschau auf 2020, als auch ihr Ausblick auf 2021 kritisch gesehen. Als "verwirrend" empfindet es beispielsweise der CSU-Stadtrat Thomas Werner, dass Elena Büttner das Citymanagement mit touristischen Themen verknüpfe, statt gezielter die Vielfalt des Einzelhandels zu bewerben. Zudem konzentriere sie sich zu stark auf den "digitalen Bereich". Im Kulturausschuss hagelte es am Donnerstag noch viel mehr Kritik aus den Reihen der CSU: Martina Hebendanz zeigte sich "enttäuscht"; zu wenige Händler würden auf dem städtischen Instagram-Account vorgestellt und der Verein HeimFOrteil werde bei dieser Präsentation bevorzugt.

Aufforderung, Klinken zu putzen

"Enttäuscht" äußerte sich auch Josua Flierl, der Fraktionssprecher der CSU. Er machte keinen Hehl daraus, dass er das Citymanagement grundsätzlich "anders sehe". Er hielt Elena Büttner vor, "zu viele Impulse von außen" aufzunehmen und Aufträge zu vergeben, statt in der Forchheimer Geschäftswelt "Klinken zu putzen".

Er vermisse "die besondere Idee", meinte Flierl. Er forderte die Citymanagerin auf, sich "auf das Leerstands-Management zu fokussieren". Frank Streit (CSU) appellierte, verstärkt die Innenstadt zu bewerben; stattdessen würden die Kunden über Instagram animiert, sich anderweitig umzusehen: "Es ist nicht der Auftrag des Citymanagements, Leute wo anders hinzuschicken."

Elena Büttner verteidigte ihre Arbeit an der "Schnittstelle" zwischen Einzelhandel und Tourismus. Manfred Hümmer (FW) mahnte, dass der Fokus auf die Gewerbetreibenden nicht genüge. Dass sich Büttner nicht differenzierter um das Thema Parken in Forchheim gekümmert habe, sei "diskussionswürdig".

Weil es heuer "keine Massenveranstaltung geben" werde, sprach sich Hümmer dagegen aus, dem Citymanagement ein Budget von 87 000 Euro zu überlassen. Bürgermeisterin Annette Prechtel (FGL) warnte vor "falschen Signalen" in Corona-Zeiten: "Es wird noch schlimmer, wenn das Budget nicht einmal bereitgestellt wird."

Neue Strategie überleben

Zwar wollte auch die CSU Büttners Budget begrenzen (auf 60 000 Euro), doch eine zehnstimmige Mehrheit setzte sich durch. Daher wird das Citymanagement im laufenden Jahr 87 000 Euro zur Verfügung haben.

Allerdings wurde Elena Büttner von den Stadträten verpflichtet, die strategische Ausrichtung ihres Managements zu überdenken und im Frühjahr erneut das Gespräch mit der Politik zu suchen. Dem FT sagte Elena Büttner am Tag nach der Debatte: "Die Projekte des Citymanagements wurden 2020 unter schweren Bedingungen verwirklicht. Ich hatte den Eindruck, dass die Projekte in der Stadt positiv aufgenommen wurden. Um so überraschender für mich, dass jetzt eher Kritik kam."