Viele Informationen und gute Unterhaltung bot seinen Besuchern der Landfrauentag des Landkreises Forchheim in der Jahnhalle. Viele Helfer haben mit angepackt, um "diesen Tag zu einem unvergesslichen Ereignis werden zu lassen", freute sich BBV-Kreisbäuerin Rosi Kraus. Der Landfrauenchor unter Leitung von Irmgard Reck eröffnete den musikalischen Reigen.

Ehrengäste aus dem öffentlichen Leben gaben sich ein Stelldichein. Glanz verbreiteten Spargelkönigin Miriam Adel und Kirschenkönigin Maria I. Besonders willkommen hieß Kraus die Referentin des Nachmittags, Kathrin Degmair. Sie ist Studienleiterin des BR-Studios Franken. Auch Bürgermeister Konrad Ochs (CSU) war gekommen, um seine Gemeinde Kunreuth zu präsentierten.
Landrat Hermann Ulm (CSU) musste seinerseits auf die Bühne zum Landfrauenchor und sich unter die "Putzfrauen" mischen.

"Was wären die Frauen ohne uns" sang er im Solo und erhielt prompt von "Putzfrau" Rosi Kraus die folgende Antwort: "Was wären die Männer ohne uns." Bereits da stieg das Stimmungsbarometer.

Arbeit von Idealisten

Anschließend ging Kraus kurz auf aktuelle Themen ein. Die Aufzeichnungspflicht beim Mindestlohn nannte sie eine Entscheidung, die am Schreibtisch und nicht in der Praxis gefallen sei.

Die Landfrauen seien eine Gruppe mit vielfältigen Aufgaben. Man treffe sich, plaudere und tausche sich aus. Seit 70 Jahren gebe es auch schon das Bildungswerk des BBV. Im BBV gibt es derzeit 26 000 Ortsbäuerinnen und Obmänner. "Die Landfrauen tun mehr, als sie müssen", unterstrich Rosi Kraus den Wert dieser Idealisten.
"Das Ehrenamt macht die Vielfalt der Dörfer aus. Ohne es läuft nichts", würdigte auch Landrat Ulm das Engagement der Ortsbäuerinnen. Als erste Kommune in Bayern lässt die Stadt Forchheim derzeit untersuchen, wie viel Geld ihr die Arbeit von Ehrenamtlichen einspart.

Er sei auf das Resultat gespannt, sagte Forchheims OB Franz Stumpf (CSU/WUO). MdL Thorsten Glauber (FW) nannte in diesem Zusammenhang auch die Gemeinde Pinzberg als ein gutes Beispiel. Bei 2000 Einwohner gebe es immer 25 Vereine. Er schlug vor, dass ehrenamtliche Tätigkeiten auch bei beruflichen Bewerbungen berücksichtigt werden sollen.

Für die ganze Region

Rosi Kraus bat anschließend die genannten Herren zu einem kurzen Quiz, wo diese ihre Agrarkenntnisse beweisen konnten. Wohltuend kurzweilig war das Referat von Kathrin Degmair. Sie zitierte Rudolf von Scholtz, der 1949 als Verantwortlicher des BR den Rundfunk "Mittler und Künder" nannte.
In Franken müsse der BR die ganze Region und Lebenssituationen abdecken, für Menschen mit 20 Jahren genauso da sein wie für ältere Leute.

Frei von Ideologie

Man wolle die Menschen nicht vorführen oder sie sogar lächerlich machen, sondern ihnen auf Augenhöhe begegnen. Degmair plädiert in der Sache für einen ideologiefreien, sachlich orientierten, unabhängigen und ausgewogenen Journalismus.

Dann gab es noch den Galaauftritt der Gemeinde Kunreuth, die sich als siebte Kommune bei dieser jährlichen Veranstaltung vorstellte. Mit viel Informationen, Charme und auch einigem Witz übernahm Bürgermeister Konrad Ochs die Moderation.

In Bild und Ton präsentierte er seine Gemeinde, deren 978 Hektar zur Hälfte landwirtschaftlich genutzt werde. Kunreuth sei schuldenfrei, besitze ein gut verzahntes Gewerbe, ein Ärztehaus, eine Apotheke, Banken, Kirchen "sowie ein bemerkenswertes Vereinsleben und Kulturleben". Das alles unterstrich auch die kurze Modenschau alter und traditioneller Trachten.
Schneidermeisterin Rosalie Postatny erläuterte fachkundig die entsprechenden Besonderheiten.Vorsichtige Anpassungen an den Zeitgeist seien wichtig. Gleichzeitig gelte es, die Traditionen zu bewahren und hochzuhalten. Lachsalven erzeugten die zwei Kühe alias Kerstin Hauenstein und Christine Erlwein aus der Gemeinde Kunreuth mit ihrem kabarettartigen Auftritt.

Die Frauen trauten "ihrem Hermann" Ulm , dem "Schwarm aller Landfrauen" alles zu, sogar das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten.

Beschwingte Rhythmen

Aufregend wurde es dann mit heißen Sambarhythmen aus Kunreuth. Dagmar Rosenbauer stellte nicht nur die typischen Kostüme in Kunreuth her, wie man sie so aus Rio kennt. Sie ist wohl die Einzige, die in Europa vergleichbare Kostüme schneidert. Sie pflegt auch die beschwingten südamerikanischen Tänze aus Leidenschaft. Den Gästen bot sich ein buntes Bild, schön für jedes Auge.

Heimat und Ferne

Dies zeigt aber eben auch die große Weltoffenheit Kunreuths, wo Tradition und Moderne, das Heimische und Ferne eng beieinander liegen und beheimatet sind. Rainer Spörl aus Weingarts gab zum Schluss eine kurze Einweisung in das Schnorgelturnier, eine alte Tradition, die in den Wintermonaten ausgeübt wird.

BBV-Kreisgeschäftsführer Werner Nützel verwies in seiner Grußadresse seinerseits auf die erweiterten Möglichkeiten der neuen Kreisgeschäftsstelle in Forchheim und machte auf die Informationen auf der Homepage des Kreisverbands aufmerksam, die seit November 2014 existiere.