Die kürzlich gegründete Bürgerinitiative (BI) "Technik und Natur im Einklang - Dietzhof" hat sich mit einem Schreiben an die Gemeinde Leutenbach gewandt und Bürgermeister Florian Kraft (FW) sowie den gesamten Gemeinderat um Unterstützung gebeten. Sie will den von der Deutschen Telekom geplanten Funkmastbau nahe Dietzhof verhindern. Insbesondere schlägt BI-Sprecher Andreas Weig in dem Schreiben vier Alternativstandorte für den Mastbau vor. Er bittet im Gemeinderat auch abzuklären, ob die Gemeinde Leutenbach die BI finanziell unterstützen kann, um ein Gutachten in Auftrag geben zu können und gegebenenfalls einen Anwalt für öffentliches Baurecht hinzuziehen zu können. Mit dem Forchheimer CSU-Landtagsabgeordneten Michael Hofmann habe man inzwischen ein sehr positives Gespräch geführt und mit dem Bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber (FW) aus Pinzberg ausgiebig telefoniert. Hofmann, so heißt es in dem Schreiben, sei bei einer Lösungssuche vor allem wichtig, bereits bestehende Masten zu berücksichtigen. "Beide Herren haben den dringenden Handlungsbedarf erkannt und unterstützen uns und die Gemeinde, einen alternativen Standort zu finden", heißt es wörtlich im Brief vom 10. Juli. Zusammen mit Hofmann und Glauber wolle man dann mit den Alternativvorschlägen auf die Telekom zugehen. Außerdem soll Landrat Hermann Ulm (CSU) schriftlich aufgefordert werden, das gemeindliche Einvernehmen nicht zu ersetzen, um auch im Landratsamt die Genehmigung für diesen Standort zu verhindern. Der Gemeinderat hatte einstimmig den bereits gestellten Bauantrag abgelehnt. Es gehe nicht darum, die moderne Technik aufzuhalten, sondern letztendlich darum, einen für das Landschaftsbild vertretbaren Standort in Einklang zwischen notwendiger Technik, Natur und dem Gemeinwohl zu finden. Würde der Mast nämlich dorthin gebaut, wo ihn die BI nicht haben will, könnte sich der Ort Dietzhof auch baulich nicht mehr weiterentwickeln. Es gäbe in diesem Bereich dann keine "Entfaltungsmöglichkeiten für die Zukunft mehr", argumentieren die Funkmastgegner, von denen Thomas Siebenhaar während der Ratssitzung kurz sprechen durfte. "In dieser Lage einen 34 Meter hohen Mast zu bauen, ist für mich undenkbar", betonte Siebenhaar. Auch hätten die Bürger Angst vor Verstrahlung. "Doch Funk und Strahlung sind kein Thema, mit dem wir heutzutage kommen können", meinte Siebenhaar. Ihm gehe es vor allem darum, die Landschaft nicht zu verschandeln.

Drei Alternativen

Einstimmig befürworte der Gemeinderat schließlich drei vorgeschlagene Alternativstandorte. "Schwierig ist aber eine finanzielle Unterstützung für ein Gutachten oder einen Anwalt. Dies kann erst im konkreten Einzelfall entschieden werden", erklärte Bürgermeister Kraft. Die Telekom von sich aus habe es inzwischen abgelehnt, einen anderen Standort zu suchen. Denn sie hat ja schon einen. "Das Signal der Telekom ist eindeutig. Sie will an diesem Standort festhalten", berichtete Kraft. "Der Willkür ist Tür und Tor geöffnet, denn ich muss doch meine Leute vor Ort mitnehmen", klagte Gemeinderat Reinhard Weber (WVE). "Die Telekom hat einen Freifahrtschein und das Grundstück schon gesichert", war Igor Lamprechts (FWG) Antwort darauf. In letzter Konsequenz, so Kraft, würde das Landratsamt Forchheim wohl das gemeindliche Einvernehmen ersetzen. Denn es handelt sich um ein privilegiertes Bauvorhaben.