Das Christkind kommt. Das ist sicher. Es ist von der Ausgangssperre befreit und wird je nach Zeit der Bescherung die Geschenke rechtzeitig unter den Baum legen. In Igensdorf haben sich Mitarbeiter im Rathaus entschieden, dem Christkind als Boten zur Seite zu stehen und ihm die Arbeit zu erleichtern.

Das Christkind hat deshalb einen eigenen weihnachtlich geschmückten Briefkasten bekommen. Sophie und Valentina Fischer stecken gerade ihre liebevoll mit Aufklebern verzierten und bunten Motiven bemalten Wunschzettel in den Schlitz des Briefkastens, ganz im Vertrauen, dass das Christkind den Wunschzettel auch erhält. "Ein Einhorn und die Meerjungfrau", erzählen die beiden Mädchen aus Igensdorf von ihren Weihnachtswünschen.

Zwei Mal täglich wird der Briefkasten geleert. Auch Bürgermeister Edmund Ulm (CSU) holt die Briefe heraus. All diese kreativ verzierten Briefe werden fein säuberlich für das Christkind bereitgelegt und weitergeleitet. Zumindest an den Briefen ist zu erkennen, dass sich die Kinder die Weihnachtsvorfreude von den Einschränkungen der Corona-Pandemie nicht nehmen lassen. Auch Sophie und Valentina fühlen sich nicht eingeengt, weil sie ihre Freunde derzeit nicht treffen können. "Auf dem Land ist es leichter", meint deren Mutter. Mit den Kindern geht sie spazieren, und sie füttern auch mal Ziegen.

"Normalerweise kommt das Christkind zu unserem Adventsmarkt und nimmt die Briefe der Kinder entgegen", sagt Bürgermeister Edmund Ulm (CSU). Doch heuer ist alles anders. Adventsmärkte durften nicht stattfinden, und das Igensdorfer Christkind, das heuer eigentlich nicht mehr im Amt wäre, wurde sozusagen zwangsverpflichtet, um den Heiligen Abend zu einem besinnlichen Fest mit schönen Gaben werden zu lassen. Die Gemeinde hätte eigentlich ein neues Christkind gesucht. Doch Corona hat diese Suche zunichte gemacht.

Damit die Briefe auch wirklich zum Christkind kommen, hatte die dafür zuständige Mitarbeiterin Silke Blecken-Sörensen die Idee, den alten Rathausbriefkasten zu montieren. Dieser war angesichts der Briefwahlen zu klein, die Menge an ausgegebenen Stimmzetteln zu fassen, und wurde durch einen neuen, größeren ersetzt. Der alte Briefkasten lag somit auf Halde, bis er zum Briefkasten fürs Christkind wurde.

Damit er nicht mit dem Rathausbriefkasten verwechselt wird, wurde er nicht am Rathauseingang angebracht, sondern hinter dem Rathaus, gegenüber der Feuerwehr. Die Feuerwehrler halfen mit, den Briefkasten zu befestigen und ihn im Lichterglanz erstrahlen zu lassen. Damit jeder weiß, das ist die allerwichtigste Post, die unbedingt zum Christkind muss, wurde ein Foto von Iva Landgräbe, dem Igensdorfer Christkind, auf den Briefkasten geklebt und das gesamte Konstrukt dann von Franziska Hackl und ihrem Sohn weihnachtlich mit Tannenzweigen und Christbaumkugeln geschmückt. So lädt der Briefkasten die Kleinen in der Gemeinde dazu ein, ihre Weihnachtspost fürs Christkind abzugeben. Das Christkind erhält die Post, und so werden in Igensdorf Weihnachtswünsche erfüllt - auch dank der kreativen Helfer im Rathaus.