Die Bürger im Landkreis Forchheim haben ganz offensichtlich gefeiert. Doch die Feiertage hinterlassen Spuren. Flaschenmeere sind vor etlichen Glascontainern entstanden. Die Bürger, die ihre Glasflaschen und Glasbehälter entsorgen wollten, trafen oft auf randvoll belegte Container und stellten ihre Flaschen einfach davor.

"Das waren die Feiertage. Man merkt, dass die Leute viel zu Hause sein mussten", sagt Andreas Hellwage, Abteilungsleiter Disposition vom Entsorgungsdienst Fritsche in Forchheim. Das Aufkommen an Altglas sei beinahe doppelt so hoch wie in den Vorjahren. Dadurch, dass die Gaststätten geschlossen waren und sind, aßen und tranken die Menschen zu Hause.

Die leeren Flaschen und alles, was zum Kochen gebraucht wurde und in Glas verpackt war, musste dann entsorgt werden. Die entsprechenden Container stehen in vielen Gemeinden frei zugänglich und in den Wertstoffhöfen, die jedoch nur begrenzt geöffnet hatten.

"Wir haben weit über 60 Standorte", berichtet Hellwage. Nicht überall ist das "Nach-Feiertags-Szenario" geboten. Doch Bilder von überfluteten Containern und die Flaschenansammlung vor diesen hat auch die Firma Fritsche erhalten. "Wir versuchen unser Bestes, alles so schnell wie möglich abzuholen", sagt Hellwage. Denn zusätzlich zum vermehrten Aufkommen hatten auch Mitarbeiter der Entsorgungsfirma Urlaub, und der eine oder andere blieb von Krankheit nicht verschont.

Der Abholplan

In der Regel werden die Container nach dem Abholplan angefahren und geleert. Dieser Plan entstand nach den Erfahrungsberichten. So ist es in Forchheim nötig, die Container zwei Mal pro Woche zu leeren, während es reicht, manche Container, die in der tiefsten Fränkischen Schweiz stehen, nur einmal halbjährlich zu leeren. Doch solche Bilder mit überfüllten Plätzen gab es noch nicht.

"Wir fahren nun häufiger und versuchen, bei dieser extremen Menge mit anderen Fahrern auszuhelfen", erklärt Hellwage. So schickt der Entsorgungsdienstleister nun Fahrer zu den überfüllten Standorten, um diese Unmengen an einzelnen Flaschen zunächst einzusammeln, damit der für die Entsorgung zuständige Fahrer die Glas-Iglus mit dem Kran-Lkw leeren kann. Ist es nicht möglich, andere Fahrer vorher zu den überfüllten Standorten zu schicken, muss der Lkw-Fahrer diese Flaschen, Obst- oder Salatglasbehälter per Hand einsammeln und sich zum Container durcharbeiten, um diesen dann zu leeren.

Warum nicht woanders einwerfen?

Warum stellen die Leute dann ihre Flaschen und Gläser ab, wenn der Container schon sichtbar überfüllt ist, anstatt einen der anderen Container anzufahren, die oft nur wenige Kilometer entfernt sind? Möglicherweise weiß der eine oder andere nicht, wo der nächste Container steht, möglicherweise ist auch dieser überfüllt. " Es ist bequemer, die Flaschen einfach abzustellen", weiß Hellwage. Im Wertstoffhof der Firma selbst sei immer Platz, und dieser werde zwei Mal wöchentlich geleert. Die Mitarbeiter der Entsorgungsfirma sind jedenfalls eifrig dabei, das Flaschenmeer vor den Containern zu beseitigen.