Trinkwasser im Raum Forchheim und Bamberg dringend abkochen: Noch keine Entwarnung

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Kreis Bamberg und Kreis Forchheim: Trinkwasser dringend abkochen - Wie geht es weiter?
In zahlreichen Gemeinden im Kreis Forchheim und Kreis Bamberg sollen Anwohner*innen ihr Trinkwasser vorsorglich abkochen.
Kreis Bamberg und Kreis Forchheim: Trinkwasser dringend abkochen - Wie geht es weiter?
com77380 / pixabay.com (Symbolbild)

Nahezu im gesamten Versorgungsgebiet der Eggolsheimer Gruppe sollen Anwohner*innen bis auf Weiteres ihr Trinkwasser abkochen. Auch Ortschaften im Landkreis Bamberg sind vom Abkochgebot betroffen.

In den Landkreisen Forchheim und Bamberg können viele Menschen ihr Leitungswasser vorerst nicht, wie gewohnt, nutzen. Schon vor einigen Tagen ordnete das Gesundheitsamt Forchheim ein Abkochgebot für Eggolsheim und Umgebung an - nun ist fast das ganze Versorgungsgebiet betroffen. Das teilte der Zweckverband zur Wasserversorgung der Eggolsheimer Gruppe am Freitag (10. Februar 2023) mit.

Grund ist der Verdacht auf bakterielle Verunreinigung. Anwohner*innen der betroffenen Orte sollten ihr Leitungswasser nur noch abgekocht trinken. Dafür muss das Wasser einmal sprudelnd aufgekocht und anschließend mindestens zehn Minuten abgekühlt werden. Auch zum Kochen, Zähneputzen oder Reinigen von offenen Wunden sollte ausschließlich abgekochtes Wasser verwendet werden. Das Wasser für Toilettenspülung und ähnliche Zwecke kann dagegen ohne weiteres genutzt werden.

Eggolsheimer Gruppe gibt Update: 30 Proben untersucht

Am Montag (20. Februar 2023) gab der Markt Eggolsheim ein Update zu der Situation über Facebook. Die Abkochanordnung gelte weiterhin. "Mit diesem Schreiben bringen wir alle Anschlussnehmer des Zweckverbands zur Wasserversorgung der Eggolsheimer Gruppe (ZWE) auf den aktuellsten Sachstand", heißt es in der Mitteilung.

Zunächst teilten sie die Ergebnisse der aktuellen rund 30 Wasserproben aus dem Gesamtgebiet mit: Sowohl die Verkeimungen als auch die Belastungen mit Eisen und Mangan haben sich entspannt.

Trotz der positiven Entwicklung habe der Krisenstab des ZWE am Mittwoch (15. Februar 2023) beschlossen, ab Mittwoch (22. Februar 2023) eine kontrollierte vorsorgliche Netzchlorung, als Vorsichtsmaßnahme durchzuführen. Es komme zu einer Desinfektion des Gesamtnetzes ohne die quellversorgten Ortschaften.

Wasser soll gechlort werden: Ungiftig und unbedenklich

"Das Chlor wird in den Grenzen der geltenden Trinkwasserverordnung und mit Zustimmung des Gesundheitsamtes in Forchheim zugegeben. Wirksame Konzentrationen werden voraussichtlich zwischen 0,1 und 0,3 Milligramm pro Liter liegen. Durch ein hochmodernes Verfahren mit pH-neutraler Chlorbleichlauge kommt es nur in geringem Maße zu einer sensorischen Wahrnehmung der Chlorung", heißt es in der Mitteilung.

Das mit Chlor geschützte Trinkwasser könne bedenkenlos und ohne Einschränkungen genutzt, insbesondere verzehrt werden, auch durch Kleinkinder und ältere Menschen. Bezüglich der Chlorung empfiehlt der ZWE, dass alle Leitungen der Hausinstallation einmal gespült werden. Im Regelfall erfolge dies bereits über die normale Nutzung.

Auch Eigentümer*innen, die gegebenenfalls Ferienwohnungen oder leerstehende Häuser besitzen, sollten ihre Installation über die Entnahmearmaturen spülen. Dazu sollten alle Wasserhähne und Duschköpfe für einige Minuten langsam geöffnet werden.

Putzaktion zur Folge? Eggolsheimer Gruppe geht auf mögliche Auswirkungen ein

Es könne entsprechend auch zu leichten Freispülungen von Ablagerungen in den Leitungen der Hausverteilung kommen. Eventuell sind dann Reinigungen, etwa der Perlatoren oder Duschköpfe, sinnvoll. Die Spülmengen bewegen sich in Einfamilienhäusern im Bereich weit unter einem Kubikmeter und damit hinsichtlich der Kosten im Centbereich.

Bei dieser Gelegenheit halte es der ZWE für sinnvoll, einen Blick auf den Hausanschluss zu werfen, falls noch nicht geschehen. Eingebaute Schutzfilter können verlegt oder stark gealtert sein, sodass eine Reinigung oder ein Austausch sinnvoll sein könnte.

"Die Messung der Chlorwerte findet engmaschig in Abstimmung mit dem staatlichen Gesundheitsamt Forchheim statt. Sollte das Gesundheitsamt nach Vorliegen aller Proben die Abkochanordnung zurücknehmen, werden wir Sie wieder umgehend informieren. Beachten Sie dazu die Informationen in den Tageszeitungen, auf unserer Website und in den sozialen Medien", heißt es abschließend.

Trinkwasser vorsorglich abkochen: Diese Orte in Oberfranken sind betroffen

  • Eggolsheim
  • Kauernhofen
  • Rettern
  • Bammersdorf
  • Jägersburg
  • Neuses/Regnitz
  • Pautzfeld
  • Schlammersdorf
  •  Trailsdorf
  •  Hallerndorf
  •  Willersdorf
  •  Haid
  •  Schnaid
  • Stiebarlimbach
  •  Kreuzberg
  •  Seußling
  •  Altendorf
  •  Buttenheim
  •  Unterstürmig
  •  Dreuschendorf
  •  Ketschendorf
  •  Gunzendorf
  •  Stackendorf
  • Senftenberg

Weitere Informationen zum Thema können beim Zweckverband zur Wasserversorgung der Eggolsheimer Gruppe unter der Telefonnummer 09545/444-170 erfragt werden. Es wird außerdem darum gebeten, diese Information auch an Nachbarn weiterzugeben. Die weitere Vorgehensweise soll den betroffenen Bürgern zeitnah mitgeteilt werden. Aktuell arbeitet der Zweckverband gemeinsam mit dem staatlichen Gesundheitsamt und weiteren Fachleuten daran, die Ursache für die mögliche Verunreinigung zu finden.