Mit seinem Namen verbinden sich intensive Begriffe: Archivpfleger, Heimatforscher und Lehrer. "Du warst und bist hier an der Schule in Kirchehrenbach das, was man eine Institution nennt, grad raus und hoch angesehen", sagte Konrektor Herrmann Ulm bei der feierlichen Verabschiedung in der Aula der Schule in Kirchehrenbach.

Knörlein habe nicht nur Profil. Er zeige auch Profil. Das, so Ulm weiter, würden Schüler und Kollegen gleichermaßen schätzen. Oft gingen schon die Eltern seiner Schüler bei ihm in den Unterricht. In den sechs Jahre zwischen 1989 und 1999 machte Knörlein sein Hobby zum Beruf. Er ließ sich beurlauben und arbeitete als Archivpfleger des Landkreises Forchheim. Seiner Leidenschaft als Archivforscher entsprangen fundiert erarbeitete Häuserbücher und heimatkundliche Artikel.

Knörlein verinnerliche noch das, was früher für Lehrer selbstverständlich war.
Er kombinierte seinen Lehrberuf mit der Erforschung von Heimat und Geschichte. Er sei ein Lehrer mit rauer Schale und weichem Kern, sagte Ulm. Er sei ein Lehrer, den die Schüler mögen und der auch selbst seine Schüler mag. "Was ist schöner im Lehrberuf, als wenn eben dieses Verhältnis von Lehrer und Schüler stimmig ist", sagte Ulm und überbrachte auch die besten Grüße von Rektor Günter Hoch, der vorübergehend nicht an der Schule ist.

Etwas nachdenklich ließ Knörlein selbst nochmals seinen Werdegang Revue passieren. Der der frühe Tod seines Vaters habe seine Jugend nicht einfacher gemacht. Viel zu verdanken habe den Steyler Missionaren während seiner Gymnasialzeit. Gerne denkt Knörlein an seine erste Lehrerstelle in Unterfranken zurück. Gleich in der ersten Schulstunde eroberte er die Herzen seiner Schüler: "Es machte gewaltigen Eindruck bei den Siebt- und Achtklässlern, als ich gleich den Zeigestab, den mein Vorgänger noch zur Züchtigung verwendete, demonstrativ zerbrach", erinnerte sich der scheidende Lehrer.

Im Jahr 1979 zog es ihn, zwischenzeitlich hatte er seine Silvia geheiratet und eine Familie gegründet, zurück nach Kirchehrenbach. Erfolgreich hatte er sich um eine Planstelle beworben. Den Lehrer-Job unterbrach er von 1989 bis 1992 und von 1996 bis 1999 je für drei Jahre. Er kümmerte sich um die Archive der 70 früheren Gemeinden im Landkreis Forchheim. Dann zog es ihn zurück in seine unmittelbare Umgebung, seine Heimat und in "seine" Schule nach Kirchehrenbach.

Das "gemeine Knörlein"

Das Lehrerkollegium verabschiedete ihn auf seine Weise. Als Forschergruppe von hochrangigen Wissenschaftlern der Fernsehsendung ein "Platz für Tiere" untersuchten die Lehrerkollegen eine ganz besondere Spezies: das gemeine Knörlein. Johanna Schatz, Stimmologin, bestätigte der Spezies eine enorme Lautstärke, der damit seine Zuneigung zu seinen Artgenossen innerhalb eines komplexen Gefüges, in dem er sich bewegt, zum Ausdruck bringt.

Es avanciere so zum Alphamännchen.Seine Kampf- und Drohrufen seien unmissverständlich. Das was es sagt, meine es auch wirklich. Es sei einzigartig in der roten Liste der bedrohten Tierarten und besonders schützenswert. Diese Species vereine einzigartige Merkmale in sich. Dazu gehöre besonders die Bodenständigkeit. Es verlasse seinen Bau nur ab und zu: zur Nahrungsaufnahme oder zur Jagd. Bei Ausflügen in den Süden nähme das "gemeine Knörlein" grundsätzlich sein Weiberl mit.

Beim Abschiednehmen durfte also noch einmal herzhaft gelacht werden durfte, als die Lehrerkollegen die Knörlein´schen Charakterzüge nochmals mit viel Humor und Witz in die Wissenschaft der Tierwelt übertrugen.
Den Dank der Gemeinde Kirchehrenbach überbrachte Bürgermeisterin Anja Gebhardt (SPD) für "einen Typ, der Argumente schätzt, den Respekt von Lehrern und Schülern genießt", wie sie den scheidenden Lehrer charakterisiert. Sie muss es wissen, erlebte sie Georg Knörlein doch noch als Schülerin.

Abschließend überreichte Konrektor Herrmann Ulm noch die Entlassungsurkunde des Bayerischen Kultusministers, verbunden mit dem Dank der Regierung. Der Familienmensch Georg Knörlein wird weiterhin keine Langeweile haben. Wie sagte doch Ulm in seiner Laudatio: "Das Kunreuther Gemeindearchiv harrt schon lange eines Georg Knörlein." Sie dürften nicht die Einzigen sein, die einen Georg Knörlein gut gebrauchen können.