Stadtförster Stefan Distler sucht Baumkletterer. Sie sollen im Kellerwald, der "grünen Lunge" der Stadt jeden einzelnen Ast der vielen Bäume auf Standfestigkeit kontrollieren. Hintergrund ist ein Gutachten, das der Stadtrat Forchheim an das Ingenieurbüro Dengler vergeben hat. Die Experten sollen die Vitalität der Bäume testen und die Kronen auf eventuelle Krankheiten untersuchen.

Eine teure Angelegenheit, denn jeder einzelne Baum in einem Radius von 25 Metern rund um das Annafest-Gelände soll kontrolliert, mit einer Plakette versehen und und kartiert werden. In einer Beschreibung wird das Ergebnis der Untersuchung festgehalten.

Dafür reicht der vorgesehene Etat bei weitem nicht aus. "Ich hatte die Ausgaben vorsichtshalber schon auf auf 20 000 Euro aufgestockt", erklärt Stefan Distler, der einräumte: "Ich bin aber jetzt schon um 10 000 Euro drüber. " Bis alle Bäume den Sicherheitscheck durchlaufen haben, koste die Aktion 200 000 Euro.

"Untersuchung schön und gut, aber übernimmt die Firma auch die Verantwortung, wenn ein Ast abbricht, der bei den Untersuchungen möglicherweise übersehen wurde?, fragte Stadtrat Günter Hammer(SPD). Bisher habe die Firma diese Gewährleistung abgelehnt. Hier gab Distler Entwarnung. "Wenn wir alle Auflagen, die uns das Sachverständigenbüro für Vegetationstechnik, Bäume und Bodenanalytik macht, erfüllen, übernimmt das Büro auch die Verantwortung", so Distler. Allerdings sei mit einem umfangreichen Katalog zu rechnen. "Da reichen keine zwei, drei Seiten", erklärte Distler.

Trotz der enormen Kosten waren die Mitglieder des Stadtrates einig, dass an der Untersuchung kein Weg vorbei führt. "Immerhin ist das Annafestgelände ein Veranstaltungsort. Da müssen wir uns zu hundert Prozent absichern", fand Stadtrat Stefan Schick (CSU).


Mitarbeiter gesucht

Bis jetzt seien für das Ingenieurbüro Distler bereits Kosten in einer Größenordnung von 79 644 Euro angefallen, erläuterte Stadtförster Distler. Allein für die Baumkletterer, die sämtliche Baumkronen untersuchen seien 15 000 Euro an Kosten angefallen. Zwei Kletterer kosteten pro Tag 700 Euro. Die Kosten für den Hubsteiger seien dabei noch nicht einmal berücksichtigt.

Welche Schwierigkeiten sich beim Fällen geschädigter Bäume ergeben, erläuterte Stefan Distler an einer Buche auf dem Hebendanz-Keller. Eine mächtige Buche,deren Krone von einem Schlauchpilz (Hymenoscyphus fraxineus) befallen war, musste von Hand Meter für Meter angetragen werden. Arbeitsintensiv und teuer. "Aber wir wollten vermeiden, dass der Baum beim Fällen Schaden an dem Kellersystem anrichtet", begründete Distler.
Um die Kosten in den Griff zu bekommen sucht der Stadtförster Mitarbeiter. Am besten mit Kletter-Erfahrung. "Dann können wir einen Großteil der teuren Arbeiten selbst erledigen" hofft Distler.