"Basst scho!" Auf diese typisch fränkische Formel lässt sich das Resümee der Kellerwirte über das Annafest 2017 reduzieren. Rekordumsätze seien angesichts von zwei komplett verregneten Tagen nicht mehr zu erwarten. "Aber a schöns Annafest war's trotzdem" , zieht Haldun Yildirim vom Schwanenkeller Bilanz.


Großer Ansturm am zweiten Wochenende

"Mit dem Regen müssen wir halt leben", gibt sich Andreas Woithe, seit 15 Jahren Pächter des Rappenkellers pragmatisch. Da habe jeder versucht, zu improvisieren, damit die wenigen Gäste nicht im Regen sitzen mussten. Dafür erlebten die Gastronomen am zweiten Annafest Wochenende einen regelrechten Ansturm. Eine Flut von Menschenmassen sei auf die Keller geströmt, berichtet Woithe.
Das bestätigt Kollege Jürgen Friedrich vom Weiß-Tauben-Keller. "Da hätten wir fünf Hände gebraucht, um die Gäste bedienen zu können", berichtet er.

Zufrieden zeigt sich auch Traudl Kraus vom Greif-Keller. An den Regentagen habe nur eine 20-köpfige Seniorengruppe abgesagt. "Die Mitarbeiter der Firma Schäffler, von denen am Annafest-Mittwoch nur 50 statt der ursprünglich angemeldeten 100 Personen erschienen waren, haben das am Wochenende nachgeholt."


Tolles Fest, auch ohne Rekorde

Marco Maier vom Hofmannskeller findet: "Wir haben einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Trotz der drei Schlechtwettertage bin ich sehr zufrieden." Vor allem die Originalbesetzung der Gruppe "Revolver" habe zahlreiche Gäste auf das Annafest gelockt. So zollt Maier sowohl seinem Team, als auch den Gästen höchstes Lob. "Ein tolles Fest, auch ohne Rekorde", findet der Kellerwirt, der sich wie seine Kollegen einen gelungenen Abschluss mit vielen Besuchern wünschte.
Auch aus Sicht der Festleitung war das Annafest ein Erfolg. "Ärgerlich war nur, dass das Riesenrad ausgefallen ist", bedauert Sigrid Mauser vom Ordnungsamt der Stadt. Die Wetter-Kapriolen seien nun mal nicht zu ändern. "Wichtig ist, dass es keine unangenehmen Zwischenfälle gab. Wir haben ein friedliches Familienfest erlebt, so wie wir uns das gewünscht haben", betont die Platzmeisterin.


Weniger Rettungsdienst-Einsätze

Ruhiger als in den vergangenen Jahren war es auch bei den Einsatzkräften von Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und Bayerischem Rotem Kreuz (BRK). Bis Montag wurden 259 Einsätze registriert. "Von Wespen und Bienenstichen über Stürze und Knochenbrüche bis zum Kreislaufkollaps war alles dabei, erklärt Kreisbereitschaftsleiter Helmut Karg. Für insgesamt 29 Personen endete der Besuch des Annafestes im Forchheimer Krankenhaus, 22 davon wurden wegen übermäßigem Alkoholgenuss eingeliefert.

Im Einsatz waren 220 freiwillige Helfer, von Sanitätern bis zu den Notärzten. Sie leisteten insgesamt 2400 Einsatzstunden, die Vorbereitung nicht mitgerechnet.


Polizeifreundliches Wetter

Als "polizeifreundlich" wird das Wetter in der Annafest-Bilanz 2017 der Forchheimer Polizei bezeichnet. Statt 120 Einsätzen im Vorjahr gab es heuer nur 83 Einsätze. Registriert wurden 15 Körperverletzungen (im Vorjahr 21) und acht Sachbeschädigungen (2016 waren es elf). Die Zahl der Trunkenheitsfahrten ist von vier auf sieben gestiegen. 21 Personen mussten in polizeilichen Gewahrsam genommen werden.

Nachgegangen wird mehreren Verdachtsfällen, wonach KO-Tropfen verabreicht worden sein sollen. Nur in zwei Verdachtsfällen sei die Symptomatik relativ eindeutig gewesen. In den anderen Fällen seien die Ausfälle auch alkoholbedingt zu erklären. Ergebnisse lägen allerdings noch nicht vor. Erst müssten die toxikologischen Gutachten abgewartet werden, so die Polizei.