Stiftungen leben von ihren Einlagen. Weil aber die Zeit hoher Zinserträge vorbei ist, drohen viele Stiftungen in die Schräglage zu geraten. Unter anderem diese Problematik beschäftigte den Forchheimer Stiftungsausschuss am Dienstag.
Michaela Folger war in den großen Rathaussaal gekommen, um ihren Bericht vorzulegen. Die Finanzexpertin vom Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband hatte die Jahresrechnungen aus der Zeit zwischen 1997 und 2009 durchgesehen; und sie hatte die Abschlüsse der Jahre 2010 bis 2012 der Vereinigten Pfründnerstiftungen sowie die Abschlüsse der Jahre 1997 bis 2012 des Altenheimes Katharinenspital geprüft.
Fazit der Prüferin aus München: "Die verausgabten Erträge wurden zur Erfüllung des Stiftungszweckes verwendet." Michaela Folger betonte, dass das Spital und die Stiftung "sehr gut geführt sind". Das machte sie an zwei Punkten fest. Erstens: Der Grundstock der Stiftung ist ungeschmälert erhalten. Zweitens: Die Rücklagen von 3,77 Millionen Euro werden für den Umbau und die Modernisierung verwendet.
Der zweite Punkt ist momentan der entscheidende. Michaela Folger deutete an, dass Stiftungen Probleme bekommen, wenn sie ihre wirtschaftliche Zukunft auf ihren Rücklagen aufbauen wollen. In Forchheim dagegen werde diese Zukunft "durch Neuplanung gesichert".
Diese Neuplanung besteht darin, das Katharinenspital abzureißen und eine neue Senioreneinrichtung zu bauen. Daher werden in der Spitalstraße 3 bis 5 sowohl das ehemalige Bürgerheim aus dem Jahr 1949, als auch der 1980 fertiggestellte Neubau weichen müssen. Dieser Gebäude-Komplex wird durch einen Elf-Millionen-Neubau ersetzt.

Entzug der Konzession droht

Im Stiftungsausschuss erinnerte Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) daran, dass die Politik "nicht ganz frei" sei in dieser Entscheidung. "Die Konzession für das Spital wird uns irgendwann entzogen."
Mit anderen Worten: Die Einrichtung entspricht nicht mehr den Auflagen eines modernen Pflegeheimes. Wie der Betrieb in der Spitalstraße 3 bis 5 künftig im Detail aussieht und wer die Trägerschaft übernimmt, das ist allerdings noch offen.
Entscheidend sei, sagte CSU-Stadtrat Hans-Werner Eisen am Dienstag: "Die Stiftung und das gesamte Vermögen haben nicht gelitten." Eisen freute sich über die Bestätigung von Seiten des Kommunalen Prüfungsverbandes: Die Investition in die Neuplanung sei ein richtiger Schritt für die Vereinigten Pfründnerstiftungen.
"Wenn die Zinsen gegen Null tendieren, dann ist die Stiftungsaufgabe in Gefahr", sagt Michaela Folger: "Daher sollte das Stiftungskapital investiert werden, das muss gemacht werden. Es gibt andere Kommunen, da haben die Stiftungen Probleme, weil sie das Vermögen verzinslich anlegen."