Es ist erst ein paar Tage her, als in der Gräfenberger Umgebung ein Getreidefeld brannte. Ähnliche Vorfälle gab es in diesem Jahr schon öfter, weshalb die Polizei nicht nur einen Brandstifter vermutet, sondern auch eine Serie nicht ausschließt. Die Landwirte fordern derweil, dass dem mutmaßlichen Feuerteufel endlich das Handwerk gelegt wird.

Ein Fahrer, der auf der Kreisstraße FO 22 in Richtung Gräfenberg unterwegs gewesen war, hatte in der Nacht auf Freitag die Flammen auf dem abgeernteten Getreidefeld gesehen. Er setzte mit seinem Anruf um 3.40 Uhr die Rettungskette in Gang. Das Feuer konnte schnell gelöscht werden und deshalb ein größerer Schaden vermieden werden.

Das Feld liegt am Straßenrand und damit am Anfang der landwirtschaftlichen Flächen. Mais- und Getreidefelder, Wiesen und ein Wald befinden sich in unmittelbarer Nähe. Bei der anhaltenden Trockenheit und Hitze genügt ein überspringender Funken, um ganze Felder in Flammen zu setzen.
"Schön ist es nicht. Dem sollte schon das Handwerk gelegt werden", sagt ein Landwirt. "Wir sind uns der Situation bewusst und ermitteln mit Hochdruck. Jeden Fall nehmen wir sehr ernst", verspricht Rainer Penning, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Ebermannstadt.

Wiese und Holzstapel

In der Brandnacht war die Polizei in der Gräfenberger Gegend auf Streife unterwegs und deshalb nur wenige
Minuten nach dem Anruf vor Ort. "Es spricht nichts für eine Selbstentzündung", sagt Penning,

Bereits fünf bis sechs Brandfälle hat die Polizei in diesem Jahr im Gräfenberger Raum gezählt. Einmal brannte eine Wiese, mal ein Holzstapel, ein Holzverschlag und jetzt eben das Stoppelfeld nahe Sollenberg. "Zusammenhänge schließen wir nicht aus. Es ist nicht auszuschließen, dass es sich um den Anfang einer Serie handelt", erklärt Penning. Ermittelt wird in allen Richtungen. Die Brände wurden zu unterschiedlichen Uhrzeiten festgestellt, meist nachts. Der eine Brand wurde gegen ein Uhr gemeldet, ein anderer erst gegen 9.15 Uhr. Das heißt aber nicht, dass der Brand nicht auch zu nächtlichen Stunden gelegt wurde. "Ich vermute, dass jemand eine Kippe hineingeworfen hat", sagt Harald Meyer aus Sollenberg. Er bezieht sich auf seinen brennenden Misthaufen. Der stand am 12. Juli gegen 22 Uhr plötzlich in Flammen.

Kette im Maisfeld

Ganz in der Nähe sind Meyers Schafe untergebracht. Ringums stehen Wiesen, Obstbäume, Getreidefelder und viel Wald. "Eine Gefahr besteht momentan immer", sagt Meyer und verweist auf die ausgetrockneten Halme und Stängel.

Meyer ist darüber hinaus schon ein Stromaggregat gestohlen worden. Er hatte auch schon eine Kette in seinem Maisfeld, die später so zersplitterte, dass Teile davon im Futter seiner Schafe landeten.Hat es da einer auf die Landwirte abgesehen?
Auch jeder der Brände betraf landwirtschaftliche Flächen. Sie schädigten damit Landwirte. "Auf einer abgebrannten Fläche wächst im nächsten Jahr nichts. Das ist verbrannte Erde", sagt ein Landwirt. Die Landwirte unterhalten sich auch untereinander und finden es schon verwunderlich, dass die Brände immer häufiger werden. "Vieles spricht aufgrund der Häufung dafür, dass jemand den Brand gelegt hat", sagt Polizist Penning.

Zirkulierende Gerüchte

Ferner spricht für Penning vieles dafür, dass der Täter aus der näheren Umgebung kommt. Dringend ist die Polizei deshalb auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.
Bislang sind dort allerdings noch keine Hinweise eingegangen. "Man kann niemanden verdächtigen, denn momentan ist alles ausgetrocknet, da kann sich schnell etwas selbst entzünden", sagen die Landwirte. Aber Gerüchte, die gibt es schon. Das weiß auch die Polizei. "Uns ist die Tragweite des Themas auch bewusst", betont Penning.