"Von deiser Förderhöhe haben wir früher nur geträumt", schwärmte Eggolsheims Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB) in der Bürgerversammlung im Gasthaus Schwarzes Kreuz in Eggolsheim.
Dort stellte er den interessierten Bürgern vor, was die Gemeinde nicht nur im kommenden, sondern in den nächsten Jahren plant. Das führe zwar auch zu einer höheren Verschuldung, doch Schwarzmann ist optimistisch, dass Eggolsheim in 15 Jahren wieder schuldenfrei sein könne.


Alles nur kein Luxus

Ob Dorferneuerung in Weigelshofen, Neues, Drügendorf, die Städtebauförderung in Eggolsheim, die Kanalsanierung in Eggolsheim, die Kindertagesstätte Sankt Martin, die Straße von Eggolsheim nach Bammersdorf oder die Ortsdurchfahrt in Drosendorf: Es sei alles kein Luxus, sondern notwendig: "Wir leisten uns weder einen Konzertsaal noch ein Museum oder eine
Schwimmhalle", konstatierte Schwarzmann. In Eggolsheim fand die Auftaktveranstaltung der Bürgerversammlungen in den einzelnen Ortschaften der Marktgemeinde statt, die von Schwarzmann bereits seit 20 Jahren moderiert wird.

"Die Gestaltung der Gemeinde ist Aufgabe der Kommunalpolitik", wies Schwarzmann auf den Umstand hin, dass es viele Pflichtaufgaben gibt, die einfach erfüllt werden müssen. Bis 2022 reichen die Planungen des Marktgemeinderates und der Verwaltung und somit weit über die nächste Legislaturperiode hinaus: "Man muss die Dinge bis zum Ende durchdenken", begründete Schwarzmann das Vorgehen. Schließlich gehe selbst die längste Niedrigzinsperiode einmal zu Ende; und ob später so hohe Zuschüsse für Investitionen gezahlt würden, wisse ebenfalls niemand.
Immerhin ist Eggolsheim wie der gesamte Landkreis Forchheim als "besonders förderungswürdiges Gebiet" eingestuft worden.


Potenzial in der Wasserkraft

In der anschließenden Diskussion unterstützten viele Bürger die Vorhaben des Bürgermeisters und reichten darüber hinaus auch eigene Vorschläge ein.

Wenn die Bäche freigelegt würden, ließe sich doch mit der Wasserkraft Strom erzeugen, schlug ein Zuhörer vor. Auch der Bürgermeister erkennt hier Potenzial. Er wies aber gleichzeitig darauf hin, dass die Umsetzung nicht einfach sei und ebenfalls hohe Investitionen erfordere. Während die Zuhörer Vorschläge formulierten, doch auch in anderen Ortsteilen einen Laden zu etablieren, stellte Schwarzmann in diesem Zusammenhang klar, dass vorrangig der von der gemeindlichen GWE GmbH betriebene Edeka-Markt erhalten bleiben müsse. Wenn der Pächter demnächst den Markt verlasse, müsse man sehen, wie es weitergehe.


Solidarische Aufteilung

Martin Pöhlmann fragte nach, ob die Ausbaubeiträge der Anlieger, die bisher bei Straßensanierungen anfielen, nicht anders und damit solidarischer verteilt werden könnten. Ein entsprechender Gesetzentwurf mehrerer Abgeordneter ist im Bayerischen Landtag bereits eingereicht worden.

Eine junge Frau beklagte einen Mangel an Krippenplätzen in Eggolsheim und fragte nach, woher die Gemeinde wisse, wie viele Plätze gebraucht werden. Das werde über die Anmeldungszeiten in den einzelnen Kindertagesstätten erfasst, erklärte Schwarzmann. Wenn sich Eltern allerdings anderweitig umsehen und organisieren, bekomme die Gemeinde davon nichts mit.