Der ganze Ort war zugestellt mit Fahrzeugen. So groß war der Andrang auf die Pfarrkirche, die bis auf den letzten Platz gefüllt war. Nachdem Pfarrer Werner Wolf im Freien das Osterfeuer und das Wasser gesegnet hatte, entzündete er das Feuer der Osterkerze.

Mit dem Ruf "Lumen Christi" zog er mit seinen über 60 Ministranten in die unbeleuchtete Kirche ein. Dort verteilte sich das Licht der Osterkerze rasch über alle Bänke hinweg auf die Kerzen, die die Gläubigen mitgebracht hatten. Die Atmosphäre war ergreifend. "Selig seid ihr" stimmte eine Schola im Altarraum unter Leitung von Heike Habermann an. Bettina Brütting, Markus Habermann und Stephan Bauer hielten abwechselnd die Lesungen zur Osternacht.

Die leuchtenden Kerzen in stiller Umgebung erzeugten eine erwartungsvolle Stimmung. Und es ist wohl für alle Christen in Obertrubach ein erhebender Moment, wenn Pfarrer Wolf das feierliche "Gloria in excelsis deo" anstimmt, die Lichter im ganzen Gotteshaus wieder aufleuchten und Richard Mager nach drei Tagen Schweigen der Trauer die Orgel wieder freudig ins Lied einstimmen lässt.

"Es liegen viele Steine auf den Hoffnungen", sagte Wolf in seiner Ansprache und vergaß auch die Opfer der jüngsten Flugzeugkatastrophe und ihre Angehörigen nicht. Christus hat mit der Beseitigung des Steines vor seinem Grab und der Auferstehung den großen Stein entfernt und damit auch die kleinen Steine aller.
Pfarrer Wolf verkündete den Sieg von Leben über den Tod, die große frohe Botschaft der Christenheit. Damit habe eine neue Zeitrechnung begonnen. Dann zogen Ministranten und Jugendliche mit Gaben zur Gabenbereitung zum Altar, in dieser Form einmalig im Jahr.


Aktive Gemeinde

Die Gläubigen hatten in einer langen Reihe an der Seitenwand ihre Speisen nach alter Tradition zur Segnung abgestellt. Hier feierte eine bemerkenswert aktive und intakte Gemeinde, viele brachten sich ein. Feierlich in großer Harmonie stimmte zum Ende des Gottesdienstes die Jugendblaskapelle unter Leitung von Johann Raum auf das Osterfest ein.

Nach dem Gottesdienst brachten viele Gläubige ihre Lichter zu den Gräbern der Angehörigen auf dem Friedhof hinter der Pfarrkirche. Mit einer Agape in der benachbarten Begegnungsstätte klang die Feier besinnlich und gesellig aus.