Die Anzahl der Asylbewerber in Ebermannstadt und den anderen Gemeinden des Landkreises Forchheim ist deutlich zurückgegangen. Die Arbeit von Diana Könitzer, der Asyl-Sozialberaterin des Diakonischen Werkes Bamberg-Forchheim, ist dadurch aber nicht weniger geworden. Im Gegenteil: "Jetzt geht erst richtig los. Denn nun geht es darum, die anerkannten Flüchtlinge in unsere Gesellschaft zu integrieren", unterstreicht Könitzer in der jüngsten Sitzung des Kultur- und Sozialausschusses in Ebermannstadt.

"Wir müssen die Menschen aus ihrer Isolation herausholen, ihnen das Gefühl der Gemeinschaft geben und ihnen zeigen, dass sie bei uns hier willkommen sind", fordert Könitzer. Nur so könne vermieden werden, dass sich eine Subkultur bilde. Besonders wichtig sei die praktische Hilfe. Menschen aus Äthiopien könnten sich nicht vorstellen, wie eine Überweisung funktioniert und sie hätten keine Ahnung, warum man mit einem Auto tanken muss.

Deshalb sei es unabdingbar, dass Familien, aber auch unbegleitete Jugendliche dauerhaft begleitet würden. Dabei gelte das Prinzip: "Hilfe zur Selbsthilfe." Irgendwann müssten die Migranten fähig sein, ihre Angelegenheiten selbst regeln zu können.

Das funktioniere aber nur dann, wenn sich die Zugezogenen entsprechende sprachliche Fähigkeiten angeeignet hätten. Das wiederum sei abhängig von der Motivation jedes Einzelnen und von seinen kognitiven Fähigkeiten. Außerdem gebe es jede Menge bürokratischer Hürden. Bei 20 Stunden, die Könitzer pro Woche dafür zur Verfügung stünden, stoße auch sie an ihre Grenzen.

Deshalb sei sie auf Unterstützung von Organisationen wie der des Flüchtlingsnetzwerkes Ebermannstadt angewiesen. Aber auch hier engagiere sich inzwischen nur noch der "harte Kern". "Es wäre schön, wenn sich wieder mehr Menschen dazu bewegen ließen, das Team zu verstärken", bittet die Asylbetreuerin.

Könitzer berichtet, dass es enorm schwer sei, für die Migranten mit Aufenthaltsgenehmigung bezahlbaren Wohnraum im Landkreis Forchheim zu finden. Noch immer gebe es ihnen gegenüber viel zu viele Vorbehalte. Ebenso wichtig: ergänzende Lernförderung für die Kinder, zumal es in Ebermannstadt keine Übergangsklassen gebe. Die Kinder bräuchten dringend Hilfe, denn einige wüssten nicht einmal, wie sie einen Stift halten und wie sie eine Schultasche packen müssten. Ganz zu schweigen, wie sie ein Referat vorbereiten müssten."Da ist noch ein hohes ehrenamtliches Engagement notwendig", bilanziert Könitzer. Ihr Appell: Die Struktur für unbürokratische Hilfe müsse dringend verbessert werden.

Gut läuft dagegen der Sozialladen des Flüchtlingsnetzwerks. Dank des ehrenamtlichen Engagements von zehn bis 15 Ehrenamtlichen, die wöchentlich 50 Stunden unentgeltlich im Laden verbringen, könne die Miete für den Laden erwirtschaftet werden, informiert Antje Wunder. Das Angebot an Kleidung, Schuhen, Wäsche und Haushaltwaren sei inzwischen so umfangreich, dass der Laden schon wieder zu klein geworden sei. Deshalb sei die Winterbekleidung ausgelagert und in einem Lagerraum deponiert worden. Dort finden sich auch sperrige Güter wie ein Kinderwagen, ein Kinderbett oder ein Autositz für Kleinkinder.

Der Stadtrat Ludwig Brütting (FW) und sein Kollege Bernhard Hübschmann (NLE) würdigten den enormen Einsatz von Diana Könitzer und der ehrenamtlichen Kräfte, die sich um die Integration kümmerten. Brütting mahnte an, dass sich der Freistaat mehr um die Förderung der Kinder kümmern müsse. Vor allem die Finanzierung der Sprachkurse müsse fortgeführt werden.