Sämtliche Bauanträge, die in der Gemeinderatssitzung in Hallerndorf zur Abstimmung standen, wurden anstandslos einstimmig genehmigt. Auch die Stellungnahme des Hallerndorfer Gemeinderats zu den Änderungen der Bebauungspläne in Hirschaid und Altendorf wurden einstimmig verabschiedet.
Die Straßenbauarbeiten im Baugebiet "Boint" Hallerndorf wird die Firma Höllein aus Bamberg übernehmen. Diese hatten mit 319 539 Euro das wirtschaftlichste Angebot geliefert.


Verschönertes Gelände

Felix Schubert und Thilo Jungkunz von der Naturstrom AG gaben den Gemeindevertretern einen umfangreichen Einblick in den Planungsstand des Hallerndorfer Nahwärmenetzes und Heizwerk und beantworteten alle Fragen.

Am Ortsausgang von Hallerndorf wird sowohl das Heizhaus als auch die Solarthermieanlage stehen: "Wer zum Kreuzberg wandert, kann sich hier aufhalten", erläuterte Schubert die Planung, in denen Bäume und Bänke das Gelände verschönern sollen. In einer ersten Ausbaustufe sollen Sonnenkollektoren mit einer Fläche von 950 Quadratmetern rund 475 000 Kilowattstunden Strom jährlich liefern. Mit der Erweiterung auf insgesamt 1660 Quadratmeter Kollektorenfläche könnten 800 000 Kilowattstunden Strom erzeugt werden.

Die zweite Ausbaustufe werde allerdings erst dann verwirklicht, wenn es genügend Abnehmer in Hallerndorf gebe, erklärte Schubert. Mit dieser Technik ließen sich 195 000 Liter Heizöl bereits mit der ersten Ausbaustufe einsparen. Im April werden bereits die notwendigen Rohrleitungen im Neubaugebiet verlegt, die notwendigen Bauanträge gestellt, sodass kurze Zeit später mit den Ausschreibungen und anschließend mit den Bauarbeiten begonnen werden kann.

"Die technische Inbetriebnahme haben wir am 10. Oktober geplant", gab Schubert die ehrgeizigen Pläne der Solarstrom AG bekannt. Gerhard Bauer (WG Hallerndorf) war erleichtert, als er die konkreten Pläne sah. Er hatte in der vergangenen Sitzung noch befürchtet, dass in Hallerndorf zwei Heizkraftwerke gebaut werden müssten. Die beiden Vertreter der Solarstrom AG baten die Gemeindevertreter um die Erlaubnis, das Interesse der restlichen Hallerndorfer Haushalte zur Versorgung mit Nahwärme abzufragen. Bis jetzt haben 88 Haushalte fest zugesagt.


Günstigerer Preis

Sebastian Schwarzmann (WG Trailsdorf) wollte wissen, ob die Leitungen im Dorf in einem Graben oder ohne einen solchen von Schacht zu Schacht verlegt würden. Beides sei möglich, versicherte Schubert und empfahl, die Leerrohre für die Glasfaserkabel gleich mit zu verlegen.

Als die Kalkulation für Rathaus und Bauhof vorgestellt wurde, bei der die Gemeinde im Verlauf der nächsten zehn Jahre nach Auskunft der Naturstrom AG eine fünfstellige Ersparnis erwarten könnte, zeigte sich Stephan Beck (WG Willersdorf-Haid) unzufrieden. Er hatte einen günstigeren Preis erwartet und hätte gerne noch das Angebot einer anderen Firma. Hallerndorf möchte sich vom Öl unabhängig machen, sagte Torsten Gunselmann (FWG): "Wir machen das nicht nurwegen des Geldes."

Für einen Vergleich der Angebote von mehreren Anbietern hätte die Gemeinde ein Ingenieurbüro beauftragen und bezahlen müssen, verteidigte Gunselmann die gewählte Version: Die Naturstrom AG ist ein regionaler Partner, bei dem die Wertschöpfung auch hier bleibe. Ist das Nahwärmenetz erstellt, wird die Gemeinde das Rathaus, den Kindergarten und den Bauhof darüber mit Wärme versorgen.