Rekordverdächtig hoch ist das neue Haushaltsvolumen in Gräfenberg. Erstmals wurde die Zehn-Millionen-Euro-Grenze übersprungen. "Zudem ist der Haushalt in den vergangenen 25 Jahren noch nie so frühzeitig verabschiedet worden", freute sich Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD).

Für Investitionen stehen 3,24 demnach Millionen Euro zur Verfügung. Für diese geplanten Investitionen erhält die Stadt Zuschüsse in Höhe von 2,43 Millionen Euro. "Für jeden Cent, den wir für die Maßnahmen ausgeben, bekommen wir im Durchschnitt 64 Cent Zuschuss", sagte Nekolla.


Sanierung des Freibads

Hans Derbfuß (CSU) lobte an dieser Stelle Kämmerer Ernst Steinlein: "Er findet jede Fördermöglichkeit und Einsparung."
Die dicken Brocken sind der Neubau des Kindergartens, die Sanierung des VG-Gebäudes, der Geräteträger oder auch der Breitbandausbau. Eine Balance zwischen Wünschenswertem und Machbarem konnte laut Striebich (Grüne) erreicht werden. Die wichtigsten Investitionen seien vorhanden und auf sein Drängen hin auch mittelfristig Geld für die Sanierung des Freibads eingestellt worden.

"Ob alles pünktlich im Zeitplan umgesetzt werden kann, liegt nicht in unseren Händen. Finanziell sind wir darauf vorbereitet", sagte Nekolla. Schon im Vorjahr konnte nicht alles so umgesetzt werden, wie zuvor geplant worden war: Das beweisen auch die Haushaltsreste in Höhe von 708 000 Euro. Bürgermeister Nekolla weiß, dass es die Stadt nicht schafft, den Finanzbedarf aus eigener Finanzkraft zu erwirtschaften. Eine Kreditaufnahme in Höhe von 504 600 Euro ist in den Haushalt eingeplant worden. Mit einer Tilgungsleistung von 544 000 Euro sei im Vergleich zur geplanten Kreditaufnahme aber keine Nettoneuverschuldung verbunden. "Wir bauen keine neuen Schulden auf, sondern tilgen immerhin noch 44 000 Euro", sagt das Stadtoberhaupt.


Wunsch nach mehr Einnahmen

Werner Wolf (FW) machte auch deutlich, dass der Bürgermeister alles tun müsse, um die Einnahmen der Stadt zu steigern.

Auch die CSU forderte eine Einnahmeverbesserung. "Um die Einnahmeseite nachhaltig zu verbessern müssen bei Themen wie Tourismus, Gewerbeerhalt und -ansiedlung oder dem Zuzug von Neubürgern Taten folgen. Die Zeit der Selbstdarstellung ist vorbei! Jetzt muss gehandelt werden", forderte Derbfuß.
Abgelaufen ist die Stabilisierungshilfe. Zwar erklärte Kämmerer Steinlein, dass die Finanzkraftzahlen kleiner als in anderen Gemeinden und sowohl diese Zahlen als auch die Steuerkraftzahlen für eine Stabilisierungshilfe sprechen. Es wäre aber ein Roulettespiel, die Zahlen einzuplanen.


Sinkende Verschuldung

Die Stadt aber wird eine Stabilisierungshilfe beantragen. Denn die Schulden nachweislich zu reduzieren, hat die Stadt geschafft. 2007 lag die Verschuldung bei 7,354 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung bei 1825,35 Euro und damit 278 Prozent über dem bayerischen Durchschnitt. Jetzt liegt die Pro-Kopf-Verschuldung Ende 2016 bei 781 Euro.