Den ganzen Tag in der Schule verbringen, den Kopf in die Bücher stecken, die grauen Zellen auch früh morgens schon zu Hochleistungen antreiben: Wer in Bayern das Abitur machen will, der ist stetig gefordert. In zwölf Jahren wird das Wissen in die Köpfe gehämmert, der Druck ist immer da.

Rund 40.000 Schüler sind in diesem Jahr in Bayern zum Abitur angetreten. "Die Zahl war in den vergangenen Jahren ähnlich", erklärt Elena Schedlbauer, Sprecherin des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Im vergangenen Jahr waren es gut 39.000, also etwas weniger als in diesem Jahr. Wie viele davon bestanden haben, ist noch nicht bekannt.


Noch keine finalen Zahlen

"Die endgültigen Zahlen liegen uns erst Mitte Juli vor", sagt Schedlbauer, "das liegt daran, dass nun noch Nachprüfungen stattfinden." Zu diesen treten zum Beispiel Schüler an, die während der Abiturprüfung krank waren oder auch, wenn das Abitur nicht bestanden worden ist.

Das Ehrenbürg-Gymnasium in Forchheim überreicht am Freitag 138 Abiturzeugnisse. 132 Abiturienten in Ebermannstadt am Gymnasium Fränkische Schweiz können sich heute ebenfalls feiern lassen.

Wie viele Schüler am Herder-Gymnasium ihr Abitur geschrieben oder bestanden haben, wollte die Schulleitung auf Nachfrage nicht verraten.

Die Abschlussnote 1,0 ist die beste, die erreicht werden kann. Zur Abschlussnote zählen aber nicht alle Noten, die ein Schüler in den letzten zwei Schuljahren schreibt. Manche Noten können gestrichen oder nicht eingebracht werden. In der gymnasialen Oberstufe gibt es ohnehin keine Noten, sondern Punkte. 14 Punkte sind umgerechnet eine eins, 15 Punkte eine 1+.

Im Landkreis Forchheim haben fünf Schüler den Abschluss mit 1,0 gemacht. Zwei von ihnen erzählen, was sie an der Schule vermissen werden, was sie sich für ihre Zukunft erhoffen und welche Noten sie "nicht eingebracht" haben.


Die beste vom Gymnasium Fränkische Schweiz in Ebermannstadt ist Katrin Prütting


Die 18-jährige Katrin Prütting stand schon früh als Jahrgangsbeste am Gymnasium Fränkische Schweiz fest. Sie musste nicht einmal in die mündliche Prüfung. Dabei erzählt sie, dass sie "gar nicht so viel" gelernt habe. "Der Schlüssel zu allem ist das Interesse", sagt Prütting, "wenn man im Unterricht zuhört und interessiert ist, dann braucht man gar nicht mehr so viel lernen." Ihr vielseitiges Interesse war im Abitur hilfreich, nun aber muss sie sich entscheiden, wie es weitergehen soll. Es sei nicht einfach gewesen, sich für ein Studienfach zu entscheiden. Ihre liebsten Schulfächer waren Mathe und Chemie. Studieren will sie Physik. "Ich finde das total faszinierend", sagt die 18-Jährige. Welchen Beruf sie nach dem Studium ergreifen will, weiß sie noch nicht genau, möchte aber gerne in die Forschung gehen. Zudem kann sie sich vorstellen während ihres Studiums ein Auslandssemester in Singapur zu absolvieren. Die internationale Atmosphäre in der asiatischen Megastadt beeindrucke sie. Ein bisschen traurig ist die Hundshauptenerin übrigens, wenn sie sich vorstellt, dass sie nun nicht mehr in die Schule geht. "Die Möglichkeit jeden Tag etwas Neues zu lernen, wird mir fehlen", sagt sie. Wirklich schlecht war sie übrigens in keinem Fach - nicht eingebracht hat sie allerdings Religion.


Annika Schnell ist die beste Schülerin am Ehrenbürg-Gymnasium Forchheim


Annika Schnell ist die beste Schülerin des Abiturjahrgangs am Ehrenbürg-Gymnasium in Forchheim. Die 17-Jährige hat die Bestnote 1,0 erreicht - wie ein weiterer Schüler an ihrer Schule. "Ja, ich habe immer 14 oder 15 Punkte eingebracht", erzählt die Schülerin. Eingebracht bedeutet dabei, dass diese zum Schlussschnitt zählen. Ein paar Noten müssen aber nicht angerechnet werden. Bei Annika gehört unter anderem eine Volleyball-Note dazu. "Das liegt mir einfach nicht", sagt sie. Dafür kann sie sich gar nicht entscheiden, welcher Zweig ihr mehr gefällt. "Eigentlich mag ich Sprachen und Naturwissenschaften", berichtet die Jahrgangsbeste. Im vergangenen Jahr hat sie zum Beispiel an einem Übersetzungswettbewerb der Europäischen Kommission teilgenommen. In der Zukunft sieht sie sich aber eher im naturwissenschaftlichen Bereich. "Ich möchte entweder Life Science oder Medizin studieren", sagt die junge Frau, die ihren 18. Geburtstag in wenigen Tagen in Madrid feiern wird. Ob sie für Medizin genommen wird, kann sie noch nicht sagen. "Man kann sich ja erst bewerben, wenn man das Abi-Zeugnis bekommen hat", erklärt sie, "aber ich habe auf jeden Fall vor, das dreimonatige Pflege-Praktikum zu machen, das man für das Medizin-Studium braucht."