Gerüstet für alle Gefahrlagen: THW ist seit fast sieben Jahrzehnten für Forchheim im Einsatz

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Ehrenamtliche des THW in Behringersmühle bei der Arbeit. Foto: Nicole Endres/THW Forchheim
Ehrenamtliche des THW in Behringersmühle bei der Arbeit. Foto: Nicole Endres/THW Forchheim
"Von 17 bis 72 ist in Forchheim alles dabei", sagt Nicole Endres. Sie ist Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit in Forchheim. Foto: THW Forchheim
"Von 17 bis 72 ist in Forchheim alles dabei", sagt Nicole Endres. Sie ist Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit in Forchheim. Foto: THW Forchheim
 
Nur einer von vielen Einsätzen des THW Forchheim: Ein Erdrutsch in Reuth hat im Juni die Ehrenamtlichen sieben Stunden lang kräftezehrend gefordert. Nicole Endres/THW Forchheim
Nur einer von vielen Einsätzen des THW Forchheim: Ein Erdrutsch in Reuth hat  im Juni die Ehrenamtlichen sieben Stunden lang kräftezehrend gefordert. Nicole Endres/THW Forchheim
 

Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk feiert ihren 70. Geburtstag: Der THW-Ortsverband in Forchheim ist fast genauso alt. Auch nach Jahrzehnten stehen die Rettungskräfte immer wieder vor neuen Herausforderungen.

Der Ortsverband des THW muss neue Herausforderungen meistern, seit 68 Jahren steht er in Not- und Unglücksfällen für die Forchheimer Bevölkerung bereit. Schon zwei Jahre nach der Gründung der Bundesanstalt entstand im Jahr 1952 der Forchheimer Ortsverband des Technischen Hilfswerks.

Im Einsatz gegen Corona

Trotz des 68-jährigen Bestehens wird die Organisation jedoch auch in Forchheim immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Aktuell ist es natürlich besonders die Pandemielage, die den Ortsverband beschäftigt, weiß Nicole Endres, Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit in Forchheim.

Gerade während der ersten Welle der Corona-Pandemie sind die aktiven Helfer der Bundesanstalt mit dem Aufbau von Abstrichstellen und der Verteilung von Masken und Desinfektionsmitteln beschäftigt gewesen.

Daneben gab es noch immer weitere, spontane Anlässe, bei denen das THW ausrücken musste. "Im Schnitt werden es pro Jahr wohl um die 20 Einsätze sein", schätzt Endres die Beschäftigungsrate des Forchheimer Ortsverbandes. "In den vergangenen 70 Jahren hat das THW seine Strukturen stets den sich ändernden Gefahrenlagen angepasst und sich dadurch immer weiter verändert und weiterentwickelt", meint Endres. Der ein oder andere spektakuläre Einsatz war dabei. Endres erinnert sich an den Erdrutsch in Reuth im vergangenen Juni, der die Ehrenamtlichen sieben Stunden lang kräftezehrend gefordert hat.

Hohe Anzahl an aktiven Helfern

Wie viele Helfer pro Einsatz anwesend sind, variiert. Insgesamt zählt der Ortsverband des THW in Forchheim jedoch rund 125 aktive Helferinnen und Helfer, womit er zu den größeren Ortsverbänden von insgesamt 668 in Deutschland zu rechnen ist. Als aktiver Helfer zählt, wer sich jährlich mindestens 80 Stunden im Technischen Hilfswerk engagiert.

Zudem sind für den Inlandseinsatz gängige Impfungen, etwa gegen Tetanus oder Hepatitis, notwendig. Gut 97 Prozent der Aktiven engagieren sich auf ehrenamtlicher Basis, nur rund drei Prozent sind bundesweit beruflich bei der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk angestellt. Was das Alter der aktiven Helfer in Forchheim angeht, wird ein breites Spektrum abgedeckt. "Von 17 bis 72 ist in Forchheim alles dabei", sagt Endres.

Wer sich für die Tätigkeiten des Technischen Hilfswerks interessiert, kann auch schon ab einem Alter von sechs Jahren bei den "Minis" beziehungsweise ab einem Alter von zehn Jahren in der Jugendgruppe des THW mitmachen. Während hier eine spielerische Vorbereitung stattfindet, werden in der Grundausbildung Grundlagen und Theorie für das spätere Mitwirken in der Bundesanstalt gelernt.

Erst nach Ablegen einer Prüfung kann man sich für eine bestimmte Fachrichtung entscheiden, beispielsweise für das Bergungstauchen, den Umgang mit Pumpen oder Booten sowie der Verpflegung der Einsatzkräfte.

Gerüstet durch Eigeninitiative

Neben der verhältnismäßig hohen Anzahl an aktiven Helfern deutet auch die Ausstattung auf die Größe der Forchheimer Ortsgruppe hin. So verfügt sie über gut 35 verschiedene Fahrzeuge und Anhänger. Von der "fahrenden Werkzeugkiste" bis hin zu einem mit Echolotsystem und Unterwasserkamera ausgestattetem Boot ist hier alles zu finden. Auch gibt es in der Forchheimer Unterkunft eine eigene kleine Werkstatt. "Wenn etwas kaputt ist, versuchen wir nämlich möglichst, das selbst zu reparieren", erklärt Endres. Die Organisation in der Unterkunft des Ortsverbands beruht zu einem Großteil auf der Eigeninitiative der aktiven Mitglieder.

Während das Hauptgebäude vom Bund angemietet ist, bauten die Mitglieder vor einigen Jahren beispielsweise eine weitere Halle für Fahrzeuge in Eigenregie. Einnahmen für derartige Aktionen generiert der Ortsverband durch den Verein der Helfer und Förderer, durch Spenden oder - zumindest vor der Corona-Krise - durch das Engagement der Helfer am Forchheimer Weihnachtsmarkt oder beim Annafest-Parkplatz im Forchheimer Süden.

Doch wird auch nicht nur gearbeitet: Im Gemeinschaftsraum mit anliegender Dachterrasse trifft man sich freitags mit anderen Helfern, um etwas zu essen und zu trinken. Den Raum haben die Helfer nach ihren eigenen Vorstellungen mit der Unterstützung eines im Vereins engagierten Schreiners eingerichtet. Dass ein Abend nicht nur beim Einsatz, sondern auch hier einmal länger dauern kann, sei keine Seltenheit, verrät Endres.