Ins historische Rathaus von Gräfenberg sollte Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD) kommen. Der Grund hierfür war ihm allerdings nicht bekannt. Eine kleiner Geburtstagsgruß in familiärer Runde, so nahm er an.
Was er dann vorfand, sprengte wohl seine Vorstellung: Fast sämtliche Bürgermeister des Landkreises waren gekommen, um Nekolla zu seinem 60. Geburtstag zu gratulieren.

Auch der Forchheimer Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) war unter den Gästen; ferner Landrat Hermann Ulm (CSU), Kreisräte, die Gräfenberger Stadträte, die Pfarrer beider Konfessionen, politische Wegbegleiter, Hans Derbfuß im Namen die Metzgermeisterinnung, Vertreter der Gräfenberger Schulen, die Kommandanten der acht Stadtwehren, Vertreter der beiden Partnerschaftsvereine Gräfenbergs, die VG-Amtsleiter und natürlich Hans-Jürgen Nekollas Familie.


Grüße aus dem Fenster

"Es war ein freundliches Kennenlernen auf Augenhöhe", sagte die Dekanin Berthild Sachs, die sich noch gut an das erste Treffen mit Nekolla. Sie, die sie gerade die Stelle in Gräfenberg angetreten hatte, schaute aus dem Fenster des Pfarramts, als ihr aus einem Fenster des Gebäudes gegenüber zugewinkt wurde.

Es war Bürgermeister Nekolla, der seinerseits aus dem VG-Gebäude schaute und die neue Dekanin zunächst aus der Ferne willkommen heißen wollte. Auf politische Reden wurde an der Geburtstagsfeier verzichtet.
Der Jubilar stand im Vordergrund der Überraschungsgeburtstagsfeier, die von der Zweiten Bürgermeisterin Sylvia Hofmann (FW) und der Dritten Bürgermeisterin Regine Bleckmann (SPD) organisiert und moderiert wurde. Unterstützung fanden sie in Nekollas Sekretärin, Kämmerer Ernst Steinlein und vor allem im Geschäftsstellenleiter Stefan Kohlmann, Nekollas Schwester und auch Parteifreunden. Sie alle halfen mit, ein umfassendes Bild von dem Jubilar zu erzeugen.

Mit der Namensgebung begann der Blick in Nekollas Kindheit. Sein Vater, der spätere Gräfenberger Bürgermeister Hans Nekolla, wollte, dass sein Stammhalter seinen Vornamen erhält. Nicht ganz damit einverstanden war die Mutter, die dem nur zustimmte, wenn er zusätzlich Jürgen heißen würde. Bei der Taufe in der Weißenoher Kirche taufte der Pfarrer den heutigen Bürgermeister auf Johannes, doch der Pate klärte ihn umgehend auf.


Tischtennis als Hobby

Hans-Jürgen Nekolla wuchs unbeschwert, ohne PC und Fernsehen, aber mit viel Liebe und Geborgenheit am Gräfenberger Marktplatz auf. Als die Grundschule in Gräfenberg startete, begann auch für Nekolla die Schulpflicht.

Tischtennis und Skifahren sind seine Hobbys. Etwas ruhiger wurde der Jubilar, eine "Mischung aus Michel aus Lönneberga, Karlsson auf dem Dach und dem braven Tommy aus Pippi Langstrumpf", wie ihn Regine Bleckmann nannte, als er seine Maria 1994 heiratete. Neben der privaten Geschichte des Bürgermeisters wurde auch die berufliche Laufbahn aufgezeigt. Der frühere Stadtrat Konrad Kunzmann konnte dies am besten, kreuzten sich ihre Lebenswege ziemlich früh. Kunzmann arbeitete als Ausbilder bei Kugelmüller in Nürnberg. Dorthin kam auch Nekolla, um sich zum Werkzeugmacher ausbilden zu lassen. Kunzmann zeigte dann auf, "was aus den Kugelmüller-Stiften alles werden kann".
Als ein Ausbilder gesucht wurde, war es wieder Hans-Jürgen Nekolla, der diesen Posten besetzte.


"Neu ein Satz noch"

Im Jahr 2002 ließ sich Nekolla zum ersten Mal für das Amt des Gräfenberger Bürgermeisters aufstellen lassen. Er unterlag allerdings Werner Wolf (FW). 2014 schaffte Nekolla dann auf dn Chefsessel und leitet seitdem die Geschicke der Stadt. "Es ist gut, dass er es macht, aber sei Vater is er net", erinnerte Kunzmann an den Ausspruch einer Bürgerin zu Nekollas Wahlsieg. Laut Kunzmann ist Nekolla in den Sitzungen für umfangreiche Ausführungen bekannt. "Nur ein Satz noch", diesen Satz stelle er oft an den Beginn langer Ausführungen. Diesen einen Satz ließ Nekolla bei seiner Geburtstagsfeier allerdings ungesagt.
Die Feier wurde musikalisch umrahmt vom Posaunenchor und aufgelockert von einem Sketcheinlage der Zweiten Bürgermeisterin. Sylvia Hofmann schlüpfte dafür in die Rolle einer Putzfrau. "Allein die Zahl der Gäste zeigt die Wertschätzung, die Nekolla entgegengebracht wird", sagte Landrat Ulm.