Rauschen, Knacken, Quietschen. Claudia Frühwald dreht an den Knöpfen der Amateurfunkanlage. Sie sucht eine Frequenz. "CQ, CQ, CQ", ruft sie immer wieder in das Mikrofon und lauscht angestrengt.
Es dauert eine Weile, dann meldet sich Dave. Dave lebt in Zypern, stammt aber ursprünglich aus England. Claudia freut sich. Ein Laie würde nur wenig verstehen, was die beiden da eigentlich besprechen, denn sie verständigen sich auf Englisch und mit Codes. Beide tauschen technische Daten aus und Dave erzählt, welches Funkgerät er verwendet.

Dann reden sie darüber, wie sie sich Karten zukommen lassen können, die ihren Funkverkehr bestätigen. "Ich bin gleich da", quietscht plötzlich eine andere Stimme aus dem Lautsprecher eines UKW-Empfängers. Es ist Peter Ahrbecker. Er ist Vorsitzender des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC) Forchheim. Der Kurzwellen-Funk kann weltweit empfangen werden, während das UKW-Signal nur in der lokalen Umgebung funktioniert.

Ein gemeinsames großes Ziel

Es ist eben ein etwas anderes Hobby, sagen die Forchheimer Funkamateure gerne über ihre liebste Freizeitbeschäftigung. Jeder hat daheim eine Funkanlage stehen.

Viele haben eine spezielle Antenne auf dem Dach, manche sogar einen meterhohen Mast im Garten aufgebaut. Dabei sitzen die Hobbyfunker viel, aber nicht ausschließlich am Schreibtisch. "Funkamateure sind häufig in der Natur unterwegs, um dort zu funken", erzählt Sebastian Wolf.

Auch er zählt zu den Forchheimer Funktechnik-Fans. Es scheint, als würden die Funkamateure auch das Abenteuer lieben, denn mehrmals im Jahr schlagen sie ihre Zelte irgendwo auf einem Hügel auf, um von dort zu funken oder an Wettbewerben teilzunehmen.

Man muss kein Technik-Freak sein, um sich für den Amateurfunk zu begeistern. Zwar kommen einige Forchheimer Funker aus technischen Berufen wie der Informatik oder Elektrotechnik. Aber auch Sozialpädagogen, Bäcker, Lageristen und Polizisten sind dabei.

Die leidenschaftlichen Funker haben ein gemeinsames großes Ziel: Sie wollen mit möglichst vielen Menschen auf der ganzen Welt per Funk in Kontakt treten. Tatsächlich finden die Forchheimer Funker Gleichgesinnte überall auf der Erde. Ob der Gesprächspartner nun in Spanien, den USA, Australien oder sogar in der Antarktis sitzt, am Schreibtisch finden alle Nationen zusammen.

Mit der richtigen Ausrüstung ist es sogar möglich, Astronauten im All per Funk zu erreichen. Die internationale Raumstation ISS hat für diese Fälle eine digitale Funkstation aufgestellt. "Man ist schon stolz, wenn man jemanden in der Antarktis oder im Weltraum erwischt", sagt Vorsitzender Ahrbecker.

Jeder kann mithören

Der Amateurfunk ist ein Experimentierfunk und darf nicht für gewerbliche Zwecke benutzt werden.
Politische Themen sind tabu. "Jeder kann schließlich zuhören, wir senden nicht verschlüsselt", erläutert Ahrbecker den entsprechenden Hintergrund.