Der frühere langjährige Pfarrer von Gößweinstein und Dekan des Dekanats Ebermannstadt, Pater Eugen Wetzel (OFM), ist tot. Er verstarb gegen 20.30 Uhr am Vorabend des Festes der Aufnahme Mariens in den Himmel im Theresienheim der Barmherzigen Schwestern in Fulda im Alter von 87 Jahren. 1952 trat Eugen Anton Michael Wetzel, ein gebürtiger Forchheimer, in den Franziskanerorden ein, studierte Philosophie und Theologie und wurde 1958 zum Priester geweiht. Als Pfarrer der Wallfahrtsbasilika in Gößweinstein prägte er von 1988 bis 2006 das Gemeindeleben entscheidend. Zu seinen vielfältigen Arbeitsbereichen zählte nicht nur die Wallfahrtsseelsorge, sondern auch die Verwaltung der Klostergemeinschaft, des Kindergartens St. Franziskus, der Balthasar-Neumann-Buchhandlung und des Pfarr- und Wallfahrtszentrums. Aber auch die Jugendbetreuung, die Erwachsenenbildung und der Förderverein Freunde der Basilika lagen ihm am Herzen.

Fan des 1. FC Nürnberg

Pater Eugen Wetzel war ein großer Fan des 1. FC Nürnberg und in Gößweinstein auch begeistertes Mitglied des FCN-Fanclubs "Die Gläubigen." Besonderen Einsatz zeigte er bei der Erweiterung, dem Erhalt und Neubau von kirchlichen Gebäuden und Einrichtungen. So zeichnete er für den Bau des Pfarr- und Wallfahrerheims in Gößweinstein verantwortlich, das 1994 seiner Bestimmung übergeben wurde. Er initiierte 1997 zusammen mit dem damaligen Gößweinsteiner Bürgermeister Hans Backer den Förderverein Freunde der Basilika und war bis 2006 dessen Zweiter Vorsitzender. In seine Amtszeit in Gößweinstein fiel auch die Erweiterung und Modernisierung des katholischen Kindergartens St. Franziskus. Neben den originären Amtsaufgaben als Pfarrer des Franziskanerklosters und der Pfarrgemeinde Gößweinstein war er in den Jahren 1991 bis 2003 als Dekan im Dekanat Ebermannstadt eingesetzt. Darüber hinaus war er langjährig als Mitglied im Diözesanfinanzausschuss des Erzbistums Bamberg tätig. Nach 18 Jahren als Wallfahrtsseelsorger in der Basilika zur Heiligsten Dreifaltigkeit wurde er im Oktober 2006 ins Kloster Engelberg im Spessart versetzt. 2010 wurde ihm im Fürstensaal der Würzburger Residenz für sein außergewöhnliches soziales und pastorales Engagement der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland am Bande verliehen, der zu den höchsten Auszeichnungen gehört, die der Bundespräsident verleiht. In seiner Ansprache betonte Staatssekretär Gerhard Eck (CSU) damals, dass sich Pater Eugen Wetzel weit über das übliche Maß für die Bürger eingesetzt habe und dadurch für viele zum Vorbild geworden sei. Pater Eugen war auch Träger der Bürgermedaille des Marktes Gößweinstein.