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Wiesenttal
Bauprojekt

Fränkische Schweiz: "Hotel Pyramide" und Ferienhäuser entstehen auf Sporthotel-Gelände

Auf dem Gelände der früheren Jugendherberge und des späteren Sporthotels in Streitberg entstehen ein neues Hotel und Ferienhäuser. Der Markt Wiesenttal sieht die Anlage als Gewinn für Tourismus und Infrastruktur.
 
Im bestehenden Gebäude des früheren Sporthotels  - demnächst "Hotel Pyramide" Streitberg - haben die ersten Modernisierungsmaßnahmen schon begonnen.  Foto: Pauline Lindner
Im bestehenden Gebäude des früheren Sporthotels - demnächst "Hotel Pyramide" Streitberg - haben die ersten Modernisierungsmaßnahmen schon begonnen. Foto: Pauline Lindner

Vier Bauanträge, davon drei für Wohnhäuser, und eine Voranfrage waren der Anlass für Bürgermeister Marco Trautner (FW/CSU), den Bauausschuss der Marktgemeinde Wiesenttal auch in den Ferien einzuberufen. Den Bauwerbern zuliebe wollte er nicht bis zur September-Sitzung warten.

Der vierte Bauantrag kommt von Alois Zimmermann, dem Inhaber der Pyramide-Hotels aus Bad Windsheim. Er hat das große Gelände der früheren Jugendherberge und späteren Sporthotels in der Straße am Geiling in Streitberg erworben.

Bauantrag für das "Hotel Pyramide" in Streitberg

Schon im September vergangenen Jahres legte der Hotelier dem Rat eine Bauvoranfrage vor. Sie wurde nun - durch Corona bedingt später als erwartet - in einen konkreten Bauantrag für das "Hotel Pyramide" Streitberg umgewandelt.

Aus dem alten Hauptgebäude sollen nach einer Modernisierung die allen Gästen zugänglichen Räume eines Hotels samt Küche werden.

Im Osten sollen sich in einem mehrstöckigen Baukomplex die Gästezimmer befinden. Im Entwurf stand dieser Trakt mit Firstrichtung Nord-Süd. Im Antrag ist er jetzt gedreht, so dass alle Zimmer einen Blick nach Süden haben.

Zusätzliche Ferienhäuser

Ergänzt wird die Erweiterung der Hotelanlage durch zehn oder elf Ferienhäuser, die verstreut über das weitläufige Areal liegen sollen. "Wir freuen uns sehr, auch dem Landkreis liegt daran", sagte Trautner zum eingegangenen Antrag. Schon bei der Bauvoranfrage war der damalige Marktgemeinderat der Sache sehr wohlwollend gegenübergestanden.

Zum einen gibt es im Luftkurort Streitberg keinen größeren Beherbergungsbetrieb mehr, zum anderen stand die Alternative eines islamischen Schulungszentrums im Raum, als der Sporthotelbetreiber das Gelände veräußern wollte. Die Unterschriften der Nachbarn unter dem Bauantrag belegen, dass auch sie keine Einwände haben. Für sie wird es von Vorteil sein, dass die Wasserleitung neu verlegt werden muss.

Am Geiling ist sie schon älter und es kommt zu Druckschwankungen; sie gehört zu den Leitungsstrecken, die beim Wassergesamtkonzept des Marktes sowieso ausgetauscht werden sollen. Konrad Rosenzweig (CSU) war überzeugt, dass die Herstellungsbeiträge die Baukosten abdecken. Hans Heißenstein (WU) sah hier eine generelle Pflicht der Gemeinde den Bürgern gegenüber.

Straße muss saniert werden

Die Straße, vor allem das enge untere Teilstück, muss ebenfalls ertüchtigt werden. Auch sie ist im Straßenkataster von Wiesenttal in der Liste der erneuerungsbedürftigen Strecken. "Sie gehört unabhängig vom Bau gemacht", betonte Trautner.

So sah der Bauausschuss den Hotelbau nicht nur als touristischen Gewinn für Streitberg, sondern auch für die lokale Infrastruktur. Man war sich einig, dass der Straßenausbau erst nach dem Hotelbau stattfinden soll. Es sei denn, die von Martin Polster (BFMW) befürchtete Rutschgefahr verlange statische Sicherung schon während des Baus. Als Ratsneuling, der nicht an der Ortsbegehung im Herbst teilgenommen hat, wollte er eine neuerliche Besichtigung. Laut Trautner wäre das möglich gewesen, wenn der Planer des Bauherrn am Sitzungstermin nicht verhindert gewesen wäre.

Der beschließende Ausschuss billigte gegen die Stimme Polsters den Bauantrag. Das Thema Brandschutz muss allerdings noch vom Landratsamt geprüft werden. Nach Rücksprache mit der Streitberger Feuerwehr erwartet Trautner, dass "noch nachjustiert werden muss".

Altes Schulhaus Birkenreuth

Für rund 900.000 Euro hat Wiesenttal das alte Schulhaus in Birkenreuth zu einem Dorftreffpunkt umgebaut. Zum Gelände gehört auch ein Garten, in dem ein großer Nussbaum, mehrere Koniferen und eine Bambusreihe stehen. Der schattenspendende Baum verdeckt das Gebäude ziemlich. Der Stammtisch und die Birkenreuther Feuerwehr wollen sich der Gartenpflege annehmen und auch den Nussbaum neben den exotischen Gewächsen entfernen.

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Das Problem beim Nussbaum ist, dass er recht nahe am Gebäude wächst. Heißenstein sah eine Gefahr für das Gebäude durch das Wurzelwerk. Dagegen wandte Polster ein, dass seit alters in fränkischen Ortschaften Nussbäume stehen und deren Eindruck prägen. Die Fällung sieht er als kontraproduktiv für die Dorfgemeinschaft an. Er warnte deshalb vor einem "Schnellschuss" des radikalen Fällens, ein Rückschnitt würde genügen.

Rosenzweig erinnerte daran, dass die Kommune zuerst das Schulgebäude verkaufen wollte. Ein Erwerber hätte das Grundstück nach seinem Belieben bebauen können. Jetzt solle man die Dorfgemeinschaft und das Interesse an der Gartenpflege fördern.