Die Obertrubacher Gläubigen hatten sich mächtig ins Zeug gelegt, um ihrem Neupriester Christian Wohlfahrt, der am 27. Juni im Dom zu Bamberg zum Priester geweiht worden war, trotz mehrmonatiger Ungewissheit wegen der corona-bedingten Einschränkungen endlich eine würdige Heimatprimiz zu ermöglichen. Die Gemeindemitglieder hatten neben dem Pfarrhaus unter einem Pavillon einen blumengeschmückten Altar aufgebaut, den ganzen Kirchenvorplatz corona-regelgerecht bestuhlt und den Gottesdienst gleichzeitig in die Kirche auf eine Riesenleinwand übertragen, damit möglichst viele Gläubige der ersten heiligen Messe von Christian Wohlfahrt in seiner Heimat Obertrubach beiwohnen können. Neben der Familie, dem engeren Freundeskreis und einer großen Schar von Gläubigen waren auch mehrere Alumnen aus dem Priesterseminar sowie etliche Mitbrüder der Einladung zu dieser Feier gefolgt. Mit Pater Basilius Sandner, der zwölf Jahre als Pfarrer in Obertrubach wirkte, Pfarrer Werner Wolf, der fast 36 Jahre lang die Pfarrei leitete, und Pfarrer Florian Stark, der die Pfarrgemeinde Obertrubach seit gut einem Jahr seelsorgerisch betreut, waren die letzten drei Obertrubacher Pfarrer-Generationen anwesend. Stark begrüßte Christian Wohlfahrt mit den Worten "Willkommen daheim". Dekan Gerd-Richard Neumeier, Pfarrer von Uffenheim und selbst eine Zeit lang Kaplan in Forchheim St. Martin, wo der Primiziant zwei Jahre lang Diakon war, fehlte genau so wenig wie Domvikar Paul Weismantel vom Priesterseminar Würzburg, der Wohlfahrt durch die Ausbildung begleitet hatte und deshalb die Primizpredigt halten durfte. Der neue Ebermannstädter Kaplan Christian Müller sowie Sven Raube und Michael Polster vervollständigten die Runde der Priester. Zum Beginn des Gottesdienstes begrüßten die beiden Firmlinge Leonie Reichel und David Häfner "ihren" Christian, der nun als Kaplan in Burgwindheim wirkt, mit einem Gedicht und einem Blumenstrauß. Zwei Kindergartenkinder brachten Brot und Wein an den Altar. Der Pfarrgemeinderat zeichnete nicht nur für die Vorbereitung und Durchführung der Feier verantwortlich, ein Vertreter las auch die Fürbitten und überreichte im Namen der Pfarrgemeinde einen Rauchmantel als Primizgeschenk an den Primizianten. Wegen der Bedeutung der Kirsche für sein Priesteramt - sie symbolisieren Glauben, Liebe und Hoffnung - und weil die Fränkische Schweiz für ihre Kirschen berühmt ist, gab es auch noch einen Korb mit Kirscherzeugnissen aus der Region, der Jahreszeit angepasst in flüssiger Form. Passend dazu schenkte der Obertrubacher Bürgermeister Markus Grüner (CSU) noch ein Kirschkernkissen, "falls der Klare mal nicht mehr hilft", sowie ein Schweißtuch mit dem Gemeindewappen, weil Christian Wohlfahrt sein täglich Brot sprichwörtlich "im Schweiße seines Angesichts verdient". Im Anschluss an den Gottesdienst spendete der Neupriester an die Anwesenden persönlich den Primizsegen. Für das leibliche Wohl sorgten wieder die fleißigen Helfer aus dem Pfarrgemeinderat. Den Abschluss des gelungenen Tages feierte man gemeinsam bei einer Schlussandacht.