Jedem Bürgermeister seine Linde: Dies gibt es in Unterleinleiter, wo jedem ehemaligem Bürgermeister zum Gedenken und in Anerkennung der vollbrachten Leistungen um das Wohl der Gemeinde eine Linde gepflanzt wird. Für den ehemaligen und inzwischen verstorbenen Bürgermeister Fritz Wunder wurde schon einmal eine Linde gepflanzt - doch damals versehentlich auf dem Grund der Nachbargemeinde Eggolsheim.

Nun wurde im "Laderer Forst", genauer im Wald mit der Bezeichnung Fichtholz oberhalb des Schnepfensteins an der Kreuzgabelung mehrerer Wanderwege, eine neue "Bürgermeister-Wunder-Linde" gepflanzt, schön angelegt mit einer massiven Eichenbank davor, die Wanderer zum Verweilen einlädt. Eigentlich sorgen Pflanzungen von "Bürgermeister-Linden" in Unterleinleiter immer für eine große Feierstunde mit den Angehörigen, Kindern aus dem Kindergarten, Musik, der Bevölkerung und anschließendem gemütlichen Beisammensein. Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen fiel die posthume Ehrung des ehemaligen "Laderer" Bürgermeisters Fritz Wunder sehr bescheiden aus. Lediglich Bürgermeister Alwin Gebhardt (DWV) und sein Stellvertreter Holger Strehl (NWG) konnten nach der Ansprache von Gebhardt je eine Schaufel in die Hand nehmen, um die "Wunder-Linde" einzupflanzen. Mehr oder weniger rein "zufällig" kamen zu diesem Festakt noch weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens vorbei - im Corona-Sicherheitsabstand, wie zum Beispiel die früheren Altbürgermeister Gerhard Sendelbeck und Gerhard Riediger, Bauhofleiter Kurt Müller, der mit seinem Team die Gedenkstätte angelegt hatte, ein Vertreter der Waldbesitzervereinigung Fränkische Schweiz und der örtliche Förster der Bayerischen Staatsforsten und nach dem offiziellen Akt auch noch die beiden Wunder-Söhne Markus und Hans-Jürgen.

Bei der ersten Pflanzung

Gebhardt erinnerte an die erste Pflanzung der "Wunder-Linde": "Im Falle unseres Altbürgermeisters Fritz Wunder hat sich vor einiger Zeit herausgestellt, dass der Standort seiner Linde nicht im Bereich des Gemeindegebiets von Unterleinleiter liegt. Auch ein ganz neu angebrachtes Schild mit der Bezeichnung ,Botzenberglinde' sorgte für Verwunderung. Als ich mich bei unserem Altbürgermeister Gerhard Sendelbeck nach der Pflanzung der Linde erkundigte, konnte er mir keine näheren Informationen geben. Er erinnerte sich an die Pflanzung seiner Linde: Kindergartenkinder wurden zur Pflanzung mit dem funkelnagelneuen Auto von Gerhard Sendelbeck in den Wald gefahren und nachher auch wieder zurück. Da die Schuhe der transportierten Kinder alles andere als sauber waren, folgte eine tagelange Reinigung des neuen Wagens."

Verdienste

Fritz Wunder habe sich sehr für die Gemeinde Unterleinleiter und für das Vereinsleben von Unterleinleiter eingesetzt, betonte Gebhardt. Von 1972 bis 1983 gehörte Fritz Wunder dem Gemeinderat Unterleinleiter an. Von 1983 bis 1990 war er Zweiter Bürgermeister, von 1990 bis 2002 Bürgermeister. Er trat die Nachfolge des Altbürgermeisters Ernst Löw an. Im Obst- und Gartenbauverein war Fritz Wunder von 1966 bis 1996 als Vorsitzender tätig. Der SpVgg Dürrbrunn/Unterleinleiter gehörte er von 1973 bis 1993 als Zweiter Vorsitzender an. 1992 wurde Fritz Wunder mit dem Ehrenteller mit Urkunde ausgezeichnet. 2002 wurde ihm die Medaille für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung überreicht. Am 29. April 2003 wurde ihm die Altbürgermeisterwürde verliehen. Im Laufe seiner Amtszeit wurden wichtige Projekte in die Tat umgesetzt und dennoch der Schuldenstand reduziert. Altbürgermeister Gerhard Sendelbeck drückte es so aus: "Mit Augenmaß für das Machbare wurde der Schuldenstand der Gemeinde heruntergefahren. Die Zusammenarbeit im Rat war stets offen, ehrlich und fair." Der damalige Ebermannstadter Bürgermeister Franz Josef Kraus würdigte das Schaffen von Fritz Wunder mit den Worten: "Einer, der dem Volk aufs Maul schaut, aber nicht nach dem Mund redet. Gebhardt bekundete: "Fritz Wunder war ein allseits geschätzter, beliebter und mit einem breiten Wissen ausgestatteter Mann der Tat.". Die Gemeinde Unterleinleiter werde ihm ein ehrendes Gedenken bewahren. Wünschenswert wäre nun noch ein Sponsor, der einen Tisch vor der Bank der "Wunder-Linde" spendiert.