Nach langer Skepsis während der Planung und des Baus der neuen Verkehrswege der Forchheimer Bürger stellte sich dann vor allem die direkte Eisenbahnverbindung an das Industriezentrum Nürnberg-Fürth als wahrer Segen dar. Für viele Unternehmer und Unternehmen waren damit Forchheim und seine Umgebung mit ihrer großen Kapazität an Wasserkraft und preisgünstigen Grundstücken näher herangerückt. Mit dem Erwerb des alten Folienhammers durch die Fürther Fabrikanten Joseph Pfeifer Morgenstern und Moritz Frankenthal 1854 begann eine blühende Phase Forchheimer Industriegeschichte. Diesen Streifzug durch die Forchheimer Geschichte setzen die Schüler nicht nur mit viel Wissen, sondern vor allem auch mit Witz und lebhaften Darstellungen um. Die Zuhörer bekamen jeweils einen kleinen Auszug von den Gewinnern vorgetragen.
"Von ganz weit oben"
Eva-Maria Knauer (HGF) hatte sich für die Vogelperspektive entschieden und erzählte aus der Sicht einer Brieftaube, die über Forchheim fliegt und Veränderungen beobachtet und kommentiert. Die Taube war nahe liegend, weil sie ja damals die Post transportierte und so unmittelbar von der Veränderung im Kommunikationswesen betroffen war. Das Ganze geschrieben aus dem Jahr 1884.
Ein "Minidrama" in Theaterform erzählten Felix Jurgovsky und Fabian Schramm (EGF). Sie stellten eine typische Szene des Bauern Karl Oertel aus Hausen dar, der seine Erzeugnisse seit 30 Jahren auf dem Forchheimer Markt verkaufte. Er führte viele Gespräche mit den unterschiedlichsten Kunden und lernte so die verschiedenen Perspektiven zur Stadtentwicklung kennen.
"Der Postillion von Forchheim"
Clara Eder und Ilayda Kaya (HGF) berichteten über einen Briefträger bei seiner Arbeit. Auch er erzählt von den Veränderungen, von den Hoffnungen, aber auch vom Alltag. Clara und Ilaydas Interesse gilt vor allem den sozialen Auswirkungen der Industrialisierung.
Nina Freund (HGF) ist bei den Recherchen zur Industriegeschichte auf die Biografie eines jüdischen Industriellen gestoßen: David Morgenstern, der mit seinem Bruder Joseph und Moritz Frankenthal den Grundstein für die Folienfabrik gelegt hat. Was die Schülerin aber vor allem bemerkenswert fand, ist die persönliche Geschichte, die zeigt, wie Politik, Wirtschaft und Persönliches miteinander verwoben sind.
"Des einen Untergang ist des anderen Rettung"
Maximilian Bechtel (EGF) beschreibt die damalige Entwicklung der neuen Verkehrswege auf eindrucksvolle und lebendige Weise aus Sicht des damals zwölfjährigen Friedrich, Sohn des überaus angesehenen Brauers Neder.
"Ein Condukteur bei der Arbeit"
Moritz Weidt und Sebastian Ritter (HGF) haben sorgfältig recherchiert und sich zum Ziel gesetzt, Forchheimer aus unterschiedlichen sozialen Ständen zu Wort kommen zu lassen, vom Wirt bis zum Bürgermeister. Ein Schaffner wurde auf seinem Rundgang durch den Zug begleitet und bei den Gesprächen mit den Fahrgästen belauscht.
Alle Preisträger erhielten einen Geldpreis vom Rotary-Club für ihre Meisterwerke. Jean Leder, der Präsident des Rotary-Clubs Forchheim, führte durch den Abend. Er bedankte sich bei den Schülern für ihr Engagement, und die Mühe, die sie sich auch teils in ihrer Freizeit gemacht hätten, um Bürger an diesem Stück Geschichte Forchheims teilhaben zu lassen. Ein Dank ging auch an Clubmitglied Ulrich von Hintzenstern, welcher zusammen mit den Lehrerinnen Margit Seidelmann (HGF), Annemarie Luksch (EGF) und Kerstin Meyer (EGF) den Wettbewerb leitete. Außerdem erging ein besonderer Dank an den langjährigen Lehrer des HGF, Friedbert Stühler, welcher Mitinitiator des Schreibwettbewerbs ist und auch den ersten Band "Blickpunkt Porta Vorchheimensis" sowie "Latinitas Vorchheimensis" mitbetreute. OB Uwe Kirschstein (SPD) sprach ein Grußwort.
Der Schreibwettbewerb pausiert nun ein Jahr, anschließend wird ein neues Thema ausgelobt.