Von Blumen eingewachsen ist das Haus, in dem bis 2011 die Heilpädagogische Tagesstätte der Caritas untergebracht war. Eine Mutter mit drei etwa gleich alten Kindern geht hinein. "Das ist eine Tagesmutter mit ihren Schützlingen", erklärt Annette Krautheim-Schneider.

Das irritiert im ersten Moment. Aber die Leiterin der Ersatztagesbetreuung klärt auf: "Wir bieten hier eine Betreuungsmöglichkeit, wenn die Tagesmutter durch Urlaub oder Erkrankung nicht zur Verfügung steht."

Vergünstigte Preise

Damit die Kleinkinder darauf vorbereitet sind, kommen die Tagesmütter regelmäßig vorbei und spielen und leben mit ihren "Kindern" eine Zeitlang im Haus Barbara.

"Beratung, Betreuung und Entlastungsangebote für Familien haben wir hier zusammengefasst", sagt Caritas-Chef Peter Ehmann. Von einem "Bermudadreieck" zwischen Haus Barbara, dem Hauptsitz und dem Ökumenischen Sozialladen in der Birkenfelder Straße spricht Ursula Schneider. Die Sozialpädagogin verwaltet den Schulmaterialladen Grünstift, der bis zum Umbau in der Haidfeldstraße in St. Anna untergebracht war. Ehrenamtliche Helfer verkaufen dort zu vergünstigten Preisen besonders in den ersten Schulwochen Hefte, Füller, Stifte und sogar Schultüten.

Ähnlich funktioniert die CariBoutique. Uta Kraus, die für die Schwangerenberatung auch in Bamberg zuständig ist, betreut dieses praktische Zusatzangebot mit. Ziemlich leer geräumt sind derzeit die Regale. "Wir könnten Nachschub brauchen. Nicht nur getragenen Kleidung , sondern auch alles anderer Babyzubehör", sagt sie. Kraus hat eine zusätzliche Klientel bekommen: schwangere Asylbewerberinnen.

Durch das Raster

Zwar bietet die Caritas keine Konfliktberatung an, kann dafür aber bei finanziellen Problemen weiterhelfen: Auf rund 70 000 Euro aus Landesstiftung und erzbischöflicher Notfallstiftung kann Kraus für Stadt und Land Forchheim zugreifen, wenn eine (werdende) Mutter durch die Raster der Sozialgesetze fällt.

Kraus teilt das Büro mit Wolfgang Ceming. Der Fachmann für Schuldnerberatung ist montag- und dienstagnachmittags sowie am Mittwoch im Haus. Er berät im Jahr etwa 370 Personen zur Existenzsicherung und Schuldenreduzierung. Er wirkt zudem auch bei Verbraucherinsolvenzen mit. "2014 waren 135 Kinder involviert", erklärt Ceming. Nur das Büro hat Sabine Mödl im Haus Barbara. Sie ist verantwortlich für die heilpädagogische Tageseinrichtung, die am Nachmittag in der Pestalozzi-Schule eingerichtet ist. Im großen Gruppenraum im Obergeschoss trifft sich beispielsweise alle 14 Tage am Freitag ab 15.15 Uhr der Alleinerziehendentreff unter der Leitung von Sandra Placht.

Oder das Elterncafé, eine kulturell gemischte, offene Einrichtung, in der Eltern einmal im Monat Erfahrungen austauschen. Einen recht neuen Dienst betreut Isabel Reckmann: die Familienpaten. In "Übergangssituationen" stehen die Paten allen Familien bei, bei denen es etwas hektischer zugeht.

Termin Am Samstag, 18. Juli, findet von 14 bis 17 Uhr ein Tag der offenen Tür im Haus Barbara, dem Familienzentrum der Caritas statt.

Ort Treffpunkt ist die Haidfeldstraße 10 in Forchheim. Auf dem Programm stehen unter anderem Impulsvorträge zu den Themen Kindertagespflege und Handyschulden.