Derzeit scheint es unmöglich, durch die Forchheimer Innenstadt zu laufen, ohne rechts und links die Farben Schwarz, Rot, Gold in den Schaufenstern zu erblicken. Bereits vor Beginn der Fußball-EM, die am Freitag, 10. Juni, um 20 Uhr in Paris eröffnet wird, boomt das Geschäft mit den Fan-Artikeln.

Egal ob im Drogeriemarkt, den Sport- und Modegeschäften oder im Fan-Shop - in Forchheim ist der Verkauf von Trikots, Schmuck, Kuscheltieren und Dekoration derzeit sehr gefragt.

"Von den Größen S bis XXXL wird alles gekauft. Es ist der Wahnsinn, was Großeltern für ihre Enkel kaufen", erzählt Monika Wittmann vom Fan-Shop Forchheim. Vor allem die Trikots mit originaler Beflockung kommen bei den Kunden gut an - die beliebtesten Rückennummern sind hierbei die von Thomas Müller, Manuel Neuer, Bastian Schweinsteiger und Mesut Özil.


Ausländische Trikots sehr gefragt

Aber auch die Nachfrage nach ausländischen Trikots und Fahnen ist sehr groß. Länder wie Italien, Spanien, Frankreich und die Ukraine scheinen in Forchheim eine große Fan-Gemeinde zu besitzen.

Auch einige Neuheiten hat Monika Wittmann in diesem Jahr in den Regalen liegen, wie ein Baby-Outfit inklusive Stutzen, kleine Frauen-Hüte mit Federn, ein Schal mit LED-Funktechnik und ein EM-Duschgel.

Damit die Spiele auch in guter Qualität im heimischen Wohnzimmer ankommen, werden derzeit vermehrt Verträge über HD-Anschlüsse abgeschlossen, bestätigt Gerd Lowig, Inhaber von "Kabel Deutschland" in Forchheim. "Es werden fünf bis zehn Prozent mehr HD-Anschlüsse bestellt. Ich denke, es wird mehr Internet geholt, damit auch mobil auf dem Laptop geschaut werden kann." Momentan verkauft der selbstständige Medienberater zunehmend Verträge für eine TV-App, mit der auch im Garten, beim gemütlichen Grillen, auf dem Laptop oder dem Tablet problemlos mitgefiebert werden kann.


Public Viewing einfach zu teuer

Wie auch in den letzten Jahren müssen die Forchheimer auf das Public Viewing auf dem Paradeplatz verzichten. Im Jahr 2006 konnten die Zuschauer zuletzt in großer Gesellschaft die deutsche Mannschaft anfeuern. Der Grund: Der damalige Veranstalter Tucher-Bräu habe trotz der Zusammenarbeit mit Radio Bamberg rote Zahlen geschrieben, erklärt Bernd Hermann, Verkaufsdirektor bei Tucher.

"Die Kosten für ein Public Viewing sind sehr hoch. Es gibt immer das Risiko, wie weit die eigene Mannschaft kommt. Scheidet Deutschland aus, ist das Interesse nur noch halb so groß", sagt Hermann. Allein für die Leinwand und den Sicherheitsservice mussten die Veranstalter 2006 über 50 000 Euro auf den Tisch legen - eine Summe, die damals, obwohl Deutschland im Endspiel war, nicht eingenommen wurde.

Aber auch ohne Public Viewing laden genügend Gastronomie-Betriebe zum gemeinsamen Fußball gucken ein. Das "Arizona" am Rathausplatz plant die Fußball-EM "im großen Stil", sagt Geschäftsführer Enrico Scigliuzzo. Auf der Forchheimer EM-Meile am Rathaus erwarten den Besucher eine Außenbar, Kapitänsbinden als Geschenk, ein selbst kreierter EM-Cocktail und viele neue Burger: "Unser EM-Highlight ist, dass es zu jeder Mannschaft einen EM-Burger gibt." Abgestimmt auf das jeweilige Land, ist für Deutschland ein Bratwurst-Burger, für Frankreich ein Camembert-Burger und für die Türkei ein Sucuk-Burger geplant.

Außerdem werden alle Spiele ausgestrahlt - die Deutschland-Spiele sogar auf einer Leinwand. Anschließend findet im Innenraum eine Party mit DJ statt - egal ob dabei ein Sieg gefeiert oder über über eine Niederlage hinweggetröstet wird.