Los geht alles mit einem "Kalibrierbier". "Einem was?" fragen sich nicht nur der Redaktionsleiter des Forchheimer Fränkischen Tages, Stephan Großmann, sondern auch die Biertester Udo Schönfelder, der als Kellerwald-Bürgermeister die Stadt vertritt, und FT-Leserin Christina Weiss.

Dieses Kalibrierbier hat Biersommelier Markus Raupach mitgebracht - und erklärt den Bierproben-Teilnehmern gleich warum: "Damit kann ich erklären, auf was Sie achten müssen." Die Wahl für das Kalibrierbier fällt deshalb auf ein Helles. "Das Festbier ist in der Regel die stärkere Variante des Hellen", erklärt der Experte, bevor es an die Blindverkostung der Annafestbiere geht. "Das Festbier ist ein Bierstil, das ausgewogen sein muss, damit es zu allem passt." Schließlich gibt es auf Volksfesten und Kirchweihen ein breites Spektrum an Essenspezialitäten, zu denen das Bier getrunken wird.

"Die Kunst des Festbieres ist übrigens, dass der Mund leicht trocken wird", so Raupach, "dann bekommt der Gast gleich Lust aufs nächste Bier."

Nach der kurzen Einführung ist es dann soweit: Die Annafestbier-Probe kann starten. Und zwar als Blindverkostung. Die 25-jährige Christina Weiss aus Heroldsbach hatte sich auf den Aufruf des FT gemeldet, weil sie gerne den Probe-Platz aus der Leserschaft einnehmen wollte. "Ich trinke gerne Bier und habe auch die Annafestbiere dieses Jahr schon alle probiert", sagt sie. Zwei Favoriten habe sie auch ausgemacht, eigentlich schmecken ihr aber alle vier. "Ich bin gespannt, ob ich erkenne, welches Bier welches ist", sagt sie, bevor es losgeht.

Das erste Bier, das ausgeschenkt wird, wird vom Experten Raupach gleich als "schönes Festbier" bezeichnet und der FT-Redaktionsleiter Stephan Großmann "würde gleich noch eins trinken". Auch Christina Weiss findet das erste Bier "schon sehr gut". Und während Udo Schönfelder sagt, es lasse sich sehr gut trinken, findet Markus Raupach dann "es macht Lust auf mehr".

Daraufhin serviert die Forchheimer Bierkönigin Melanie sogleich Bier Nummer zwei.

Großmann tippt nach der Verköstigung darauf, dass dieses Bier einen "Tick mehr Alkoholgehalt" hat - wo er leider daneben liegt. Die vier Festbiere liegen übrigens zwischen 5,3 und 5,7 Prozent Alkoholgehalt.

Nuancen erschmeckt

Einig sind sich dich Tester, dass dieses zweite Bier etwas herber schmecke. Biersommelier Raupach ordnet es daraufhin ein: "Das Malz überwiegt, es ist dunkler und könnte noch etwas mehr ,Körper' haben". Trotzdem findet er, dass es den Bierstil des Festbieres besser als Bier Nummer eins treffe.

Bier Nummer drei ist für die FT-Leserin "ganz anders" als die beiden Vorgänger und "viel hopfiger" Dieses Bier habe zudem eine süße Note im Abgang.

Stephan Großmann und Markus Raupach sind sich einig, dass Bier Nummer drei etwas kräftiger sein könnte und Udo Schönfelder bewertete den Schaum als "locker" und das Bier als "oddendlich". Der Experte bewertet es als malzig, optisch etwas heller und auch geschmacklich nahe am Bierstil "Helles".

"Das vereint irgendwie alles was gut ist", bewertet Stephan Großmann Bier Nummer vier und lässt erahnen, welches Bier sein Favorit wird. Udo Schönfelder erkennt die Farbe von Waldhonig in diesem Bier und Christina Weiss findet es süßer und weniger bitter als die andern drei Biere. Besonders hervor hebt auch Raupach den Farbton und resümiert, dass alle Forchheimer Annafestbiere einen guten Charakter haben.

Als Fazit lässt der Experte dann auch keinen Zweifel offen: Er habe zwar ein Bier, das ihm persönlich am besten geschmeckt habe, aber da alle gut und die Geschmäcker verschieden sind, sollte man sich einfach selbst eine Meinung bilden und die Festbiere durchprobieren.

Das spiegelt auch das Ergebnis der Probe wieder: Kein Bier wurde als schlecht bewertet, jeder hatte einen oder zwei Favoriten, aber auf ein bestes Bier konnten sich die Teilnehmer der FT-Bierprobe nicht einigen.

Die Auflösung verblüffte vor allem Christina Weiss und Udo Schönfelder, die heimlich eine Tippliste geführt hatten. Bier Nummer eins war von der Brauerei Neder, das zweite verkostete Bier kam von der Brauerei Greif, Nummer drei von der Brauerei Eichhorn und die vier aus dem Hause Hebendanz.

"Das hatte ich so nicht erwartet", gibt Christina Weiss zu und sagt, sie überdenke noch mal ihre bisherige Favoritenwahl. "Denn mein bisheriger Favorit ist jetzt knapp nicht auf Platz 1 gelandet."