Forchheim
Wegen Lockdowns geschlossen

"Öffnet die Friseursalons" - Friseure starten Petition mit dringendem Appell

Die Haare wachsen und wachsen. Seit dem Lockdown in Deutschland teilweise über einen Zentimeter. Weil viele Menschen nicht auf einen Haarschnitt verzichten wollen, boomt der Schwarzmarkt seit einigen Wochen. Um dem entgegen zu wirken, hat ein Forchheimer Friseur eine Petition gestartet.
 
Friseure haben während des Lockdowns geschlossen
Friseure aus Deutschland haben sich zusammen getan und eine Petition gestartet. Der Appell: Öffnet so schnell wie möglich die Salons. Foto: Harald Tittel/dpa

Die Friseursalons in Deutschland sind geschlossen. Seit inzwischen mehr als sechs Wochen warten viele Menschen sehnsüchtig auf die Wiedereröffnung der Salons. Am meisten freilich die Friseure selbst. 

Immer lauter werden die Stimmen, dass die Friseure wieder arbeiten dürfen. Mit verschiedenen Aktionen machten Vertreter des Handwerksberufs bereits auf sich und die Situation aufmerksam. Jetzt soll eine Petition für noch mehr Aufmerksamkeit sorgen. Der dringende Appell der Initiatoren an die Politik: "Öffnet so schnell wie möglich die Friseursalons!"

Friseur aus Forchheim startet Petition

Zusammen mit elf anderen Friseur-Unternehmen startete die Petition Axel Meininghaus aus Forchheim in Oberfranken. Der Leiter der gleichnamigen Friseur-Akademie ist der Meinung, die Schließung der Salons sei nicht sinnvoll. "Schwarzarbeit scheint aktuell ein echter Trend zu sein", erzählt Meininghaus im Gespräch mit inFranken.de.

Aber beim heimlichen Haareschneiden und Färben im heimischen Keller würden keinerlei Hygienemaßnahmen eingehalten. Im Sinne des Infektionsschutzes also "kontraproduktiv", so der 2. stellvertretende Obermeister der Friseur-Innung Forchheim. 

Axel Meininghaus sowie dessen Mitarbeitende wurden in den vergangenen Wochen selbst des Öfteren von Stammkunden angesprochen, ob man da nicht etwas machen könne. Also ob die Friseure nicht heimlich für einen neuen Haarschnitt oder eine neue Farbe sorgen könnten. Die Haare wachsen schließlich trotz Lockdown weiter. Bis zu einen Zentimeter pro Monat. Vor allem bei kurzen Haaren fällt das irgendwann auf. 

Politik soll Friseure schnell wieder öffnen

"Die Politik würde sich wirklich einen Gefallen tun, wenn wir bald wieder öffnen dürften", betont Meininghaus. "Das wäre nicht nur aus Hygienesicht besser, sondern auch für die bessere Kontaktverfolgung." Seiner Meinung nach würden geöffnete Friseursalons helfen, die Corona-Infektionszahlen zu minimieren. Es wäre schlichtweg sicherer, Friseursalons wieder zu öffnen. 

"Um das persönliche Wohlbefinden zu erhalten und um selbstbewusst diese schwierige Zeit zu überstehen, sehnen sich viele Menschen nach einer gepflegten Optik", heißt es in der Petition. Dieses Bedürfnis bestünde auch im Lockdown. Professionelle Friseurdienstleistungen könnten Friseure jedoch nicht online, „to go“ oder als „Click & Collect“-Service anbieten.

Immer wieder entdeckte Meininghaus beim Einkaufen, auf der Straße oder im Fernsehen offensichtlich frisch frisierte Leute. Der Experte erkennt sofort, wenn ein Profi am Werk war und nicht etwa der Partner oder die Partnerin. Um den boomenden Schwarzmarkt einzudämmen, haben sich für die Petition mit dem Namen "#NURSICHERBEIMFRISEUR - ÖFFNET DIE FRISEURSALONS" zwölf Friseure aus ganz Deutschland zusammen getan.

Inzwischen hat die Petition mehr als 20.000 Unterschriften erhalten (Stand: 29.01.2021, 16.30 Uhr). Entstanden sei diese, weil die Friseure aktuell schwer getroffen sind. "Aber Jammern bringt nichts", sagt Axel Meininghaus. Es müsse etwas getan werden.