Vor dem Verwaltungsgericht Bayreuth wollte Peppel der Stadt Forchheim das Zugeständnis abringen, die Gestaltung der Fensterfront an seinem Geschäftshaus verändern zu dürfen.
Die Säulen, die das Fassadenbild prägen, "wollte er raushaben", sagt Roland Eismann, der Chef der Bauverwaltung. Ein Rechtsstreit dieser Art sei schwer zu entscheiden, weil es "in der Innenstadt keinen Bebauungsplan gibt". Das Gesetz lege lediglich fest: Wenn etwas verändert wird, müsse sich das "in die nähere Umgebung einfügen". Da diese Formulierung "etwas schwammig" sei, wie der Leiter der Bauverwaltung sagt, war am Dienstag die 2. Kammer des Verwaltungsgerichtes von Bayreuth nach Forchheim gereist. Die fünfköpfige Abordnung unter Leitung von Otto Schröppel (Vizepräsident des Verwaltungsgerichtes und Vorsitzender der 2.
Kammer) machte sich ein Bild vor Ort.
Wie Verwaltungsrichter und Pressesprecher Dietmar Lang am Freitag sagte, sei jetzt "ein gerichtlicher Vergleichsvorschlag ergangen". Der Inhalt: Wenn der Kläger darauf verzichtet, die Fensterfront umzugestalten, darf er an der Seite des Gebäudes (das im Rosengässchen liegt) die Fassade verändern. In einer historischen fränkischen Kleinstadt "kleingliedrige Fensterfassaden" zu haben, das sei normal - "und es sieht gut aus", sagt Roland Eismann. Der Vorschlag der Richter, die Säulen der Fassade im Rosengässchen zu verändern, sei akzeptabel: "Die Stadt wird den Vergleichsvorschlag annehmen."
Auch er werde dies tun, sagte Manfred Peppel am Freitag dem FT. "Ich stimme zu, weil ich das Thema abhaken will, aber in Ordnung ist es nicht." Der Schuh-Händler kritisiert, dass die Denkmalpflege "seit 15 Jahren die Bude meines Nachbarn" akzeptiere, während seine Umbaupläne abgelehnt würden. "Ich wollte nur die Pfeiler rausmachen, dann würde das Haus so aussehen, wie es früher ausgesehen hat." Manfred Peppel kann nicht nachvollziehen, weshalb das Amt für Denkmalpflege die ursprüngliche Optik ("da war die Fassade geöffnet") verweigert. "Darüber bin ich nicht glücklich."