Am Sonntag staunten die Zuschauer des Fränkische-Schweiz-Marathons nicht schlecht. Auch die Moderatoren mussten während des Zieleinlaufs zugeben, dass ihnen so etwas Verrücktes noch nicht untergekommen ist: Ein Feuerwehrmann aus Bayreuth ist tatsächlich in seiner Einsatzkleidung die 16 Kilometer von Forchheim nach Ebermannstadt gelaufen und trug sogar ein zehn Kilogramm schweres Atemschutzgerät auf der Schulter.


Matthias Skapczyk ist es als hauptberuflicher Feuerwehrmann gewohnt, psychischen und körperlichen Belastungen ausgesetzt zu sein, denen ein normaler Mensch vermutlich nicht standhalten würde. 14 Kilogramm wog seine Ausrüstung insgesamt. Das dürfe man nicht unterschätzen, sagt er. "Wenn die Jacke nass wird, ist sie noch schwerer", erklärt Skapczyk und ist darum ganz glücklich, dass es nicht geregnet hat.


"Das wäre katastrophal gewesen", sagt er und wischt sich dicke Schweißperlen von der Stirn. Er schwitzt unheimlich unter der feuerfesten Kleidung. Er sei sich im Vorfeld auch nicht sicher gewesen, ob sein Körper mitspielen würde. Vor allem den Rücken wird er am selben Tag noch spüren, ist er sich sicher.


Natürlich nicht angeschlossen

Das Atemschutzgerät war natürlich nicht angeschlossen. Der Sauerstoff würde ohnehin nur 20 Minuten ausreichen. Die Maske trug er auf dem Rücken mit. Den Helm wollte der Berufsfeuerwehrmann eigentlich zuhause lassen, hatte ihn dann aber doch noch aufgesetzt. "Vor allem die letzten eineinhalb Kilometer waren hart wegen dem Gegenwind", erzählt er.

Skapczyk konnte am Sonntag seine selbstgesteckte Zeit von zwei Stunden nicht einhalten und verfehlte sie knapp um vier Minuten. Das ärgert ihn schon etwas. Skapczyk war sich bewusst, dass er mit der Aktion an seine körperliche Leistungsgrenze geht. Fitness und Sport sind entscheidende Grundlagen für die Tätigkeit in der Feuerwehr - egal ob hauptberuflich oder ehrenamtlich. Darum betreibt der Bayreuther "Feuerwehrsport", nicht zuletzt um zu beweisen, was ein Feuerwehrmann aushalten kann.

"Ich will zeigen, dass die Feuerwehr fit ist und etwas drauf hat", sagt er. Der Feuerwehrsport besteht aus mehreren Disziplinen, in denen auch Wettkämpfe veranstaltet werden. Es ist ein Leistungssport. "Wer ihn ernsthaft betreibt, muss viel trainieren", erklärt der Feuerwehrmann.

Einmal im Jahr findet der Feuerwehr-Marathon an wechselnden Austragungsorten statt. Skapczyk konnte am diesjährigen Lauf in Hamburg aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen, was ihn etwas traurig gestimmt hat. Sein Ziel ist es, einen Halbmarathon zu laufen. Distanzen von zehn und 14 Kilometer hat er - mit Ausrüstung bepackt - schon geschafft. Nun hat er auch 16 Kilometer erfolgreich hinter sich gebracht. Seine Teilnahme am Fränkische-Schweiz-Marathon sieht er als Zwischenstation auf dem Weg zum Halbmarathon.

Auch Marcos Daemon, ein Kamerad von der Freiwilligen Feuerwehr Bayreuth, ist am Sonntag mitgelaufen - allerdings als moralische Unterstützung und im T-Shirt. Beide haben sich gegenseitig das Tempo vorgegeben. "Marcos hat mich aufgerichtet. Er ist ein Spitzenmotivator", lobt Berufsfeuerwehrmann Skapczyk und klopft seinen ehrenamtlichen Kollegen auf die Schulter.