Als in den vergangenen Wochen die 65. Bamberger Sandkerwa am fehlenden Alarmierungssystem zu scheitern drohte, warf das in der ganzen Region die Frage auf: Wie sicher sind solche Großveranstaltungen eigentlich? Und wie steht es um die Sicherheit beim Annafest in Forchheim vom 24. Juli bis 3. August?

"Bamberg ist ganz schön kritisch, weil die Straßen eng sind. Mit dem Annafest ist das nicht vergleichbar", meint Sigrid Mauser. Sie arbeitet beim Ordnungsamt und ist als Platzmeisterin des Annafestes auch mit Sicherheitsfragen vertraut.

Ein festgeschriebenes Sicherheitskonzept der Veranstalterin, der Stadt Forchheim, gebe es nicht, sagt Mauser. Doch träfen sich vor jedem Fest sämtliche Helfer-Organisationen, Polizei und Security, um die Situation durchzusprechen.

Sicherheit jährlich neu erörtert

Vor einigen Jahren habe es auch mal eine Rettungsübung gegeben, erinnert sich Sigrid Mauser. "Aber das ist sehr theoretisch", sagt sie. Wie zu handeln sei, wenn etwa eine Gasflasche explodieren würde oder wenn es zu einem Waldbrand käme, das könne im Detail nicht durchgeplant werden.

So sieht es auch Stadtbrandinspektor Jürgen Mittermeier. Sollte etwas Schlimmes passieren, beispielsweise ein Sturm über die Keller fegen - "gegen so was sind wir nie restlos gefeit". Daher habe auch die Feuerwehr, die im Ernstfall den Einsatz leiten würde, "kein eigenes Konzept", sagt der Stadtbrandinspektor. "Aber natürlich gibt es einen Einsatzplan. Wir wissen, wie wir zu fahren haben. Und Dank der Annafest-Wache sind wir immer schnellstmöglich auf dem Festgelände." Das Feuerwehrhaus in der Egloffsteinstraße 3 sei während des Festes stets mit einem Zugführer und fünf Kollegen besetzt.

Jährlich werde die Sicherheitslage vor dem Annafest neu erörtert - immer wieder kämen Verbesserungen hinzu. In den nächsten Jahren werde man möglicherweise Sicherheitscontainer anschaffen. "Die Feuerwehr Erlangen praktiziert das schon, bei uns sind solche Contaner im Gespräch", sagt Mittermeier.

Auch das Technische Hilfswerk (THW) Forchheim praktiziert das System bereits. "In den letzten Jahren haben wir Einsatzkisten vor Ort deponiert", sagt Matthias Haschke, der stellvertretende THW-Ortsbeauftragte. Mit den Fahrzeugen hochzufahren, das sei ohnehin schwierig - und im Ernstfall, wegen der entgegenkommenden Menschenmassen gar unmöglich. "Daher haben wir uns zusammengesetzt und uns Gedanken gemacht". Statt mit schwerem Gerät anzurücken, würde das THW Forchheim notfalls also die "Bereitstellungsräume" nutzen.

Fester Alarmierungsplan vorgesehen

"Prinzipiell ist es in Forchheim so wie überall", sagt Matthias Haschke: "Die Grundüberlegungen sind da, aber man kann nicht jedes Szenario durchspielen." Ein fester Alarmierungsplan für das Annafest sei im Entstehen. Unabhängig davon hätten die Verantwortlichen immer aus Erfahrungen gelernt. "Das Alarmierungskonzept auf dem Festgelände zum Beispiel war Folge eines Baumsturzes."

Ein gutes Sicherheitsgefühl während des Annafestes hat Sigrid Mauser schon deshalb, weil das Gelände "nicht so beengt ist wie zum Beispiel der Erlanger Berg". In Forchheim kämen die Rettungskräfte sehr schnell zu den Geschädigten: "Es gibt zwei Rettungswachen, es gibt einen Rettungsweg durch den Wald - und wir haben den Vorteil, dass die zentrale Feuerwehrstelle nicht weit weg ist."