Mehrparteienhäuser, Mietwohnungen und altersgerechte Wohnräume sind auf dem Land eher selten anzutreffen. In Eggolsheim soll im Bereich des geplanten Baugebiets Eggolsheim-West (Peunt) nach den Vorstellungen der Gemeinde ein städtebauliches Wohnkonzept real werden, wo auch betreutes Wohnen angeboten werden könnte. Einen entsprechenden Planungsentwurf, der inzwischen überarbeitet worden ist, hatte der Architekt dem Gemeinderat bereits vor einem Jahr vorgestellt.

Neben 75 Einfamilien- und Doppelhäusern sollen dort auch etwa 40 bis 60 barrierefreie Wohnungen für Senioren, Singles oder junge Leute, die sich noch kein Eigenheim leisten können, entstehen. So weit der Plan. Allerdings steht dieses Konzept nun auf der Kippe.
Eine nichtöffentliche Versammlung der Grundstückseigentümer und Anlieger im Vorfeld der letzten Gemeinderatssitzung hatte ergeben, dass längst nicht alle bereit sind, ihren Besitz für das neue Baugebiet an die Gemeinde zu verkaufen.

In der Versammlung soll von "DDR-Zuständen" und "Enteignung" die Rede gewesen sein. Viele Eigentümer haben Vorbehalte, dass der Flächenabzug zu groß wäre. Hintergrund ist, dass das Baugebiet über die Baulandgrenze hinausgeht. Der Flächennutzungsplan müsste somit geändert werden.

Die CSU hört Betroffene

"Ich habe keine Lust etwas gegen die Eigentümer durchzudrücken", erklärte Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB) im dem Gemeinderat. Bauamtsleiter Robert Huber hatte einen Plan mitgebracht.

Dort war zu sehen war, welche Grundstücke die Eigentümer verkaufen würden, welche sie unter bestimmten Bedingungen veräußern würden und welche wohl nicht zum Verkauf stehen. Gleichwohl soll laut Schwarzmann anhand des Plans nicht so ein deutliches "Nein" zu erkennen sein, wie nach der Eigentümerversammlung zu erwarten gewesen wäre.

Der Bürgermeister will nun auf die ablehnenden Eigentümer zugehen und in Erfahrung bringen, ob Kompromisse möglich sind. Nur dann würde es noch Sinn machen, intensiver in die Planung einzusteigen. "Wenn es sich um Grundstücke am Rand des Baugebiets handelt, dann wäre das noch irgendwie machbar", erklärte Schwarzmann. "Wenn wir aber mittendrin ganze Inseln haben und nur eine punktuelle Bebauung erfolgen kann, dann sollten wir es vergessen", sagte er weiter.

CSU-Rat Peter Eismann verkündete während der Sitzung, dass die CSU-Ortsgruppe noch in dieser Woche ihre Mitglieder und Betroffene zu einer grundsätzlichen Diskussion einladen will. Laut Eismanns Aussage wollen viele Eggolsheimer, dass Baugebiete stärker der eigenen Bevölkerung zugute kommen und nicht nur immer mehr Menschen aus anderen Ortschaften zuziehen. "Ist es sinnvoll, noch mehr Flächen zu versiegeln?", so Eismann. Gemeinderat Stefan Pfister (BB) erklärte an Eismann gewandt: "Wir brauchen Wachstum, um unsere Infrastruktur aufrechterhalten zu können. Zum Beispiel die Schülerzahlen unserer Mittelschule."

Weiter im September

Schwarzmann stellte in der Sitzung die Frage: "Quo Vadis, Eggolsheim?" Diese Grundsatzdiskussion sei jedoch noch zu führen. Stefan Rickert (JB) hatte schon vor Beginn der Sitzung den Antrag gestellt, die Diskussion um das neue Baugebiet in den nichtöffentlichen Teil zu verschieben, da unter anderem Flächengrößen, Grundstückspreise und Eigentumsverhältnisse im Ratsgremium diskutiert werden müssten.

Die Diskussion im öffentlichen Teil wurde daher ohne Namensnennungen und andere personenbezogene Daten oder Zahlen geführt. Wie es mit dem Baugebiet weitergeht und ob es überhaupt dazu kommt, will der Gemeinderat erst nach der Sommerpause im September entscheiden. Bis dahin soll mit den Grundstückseigentümern nach Lösungen gesucht werden.