Gefährliche Straßenecken gibt es auch in Hiltpoltstein. Um zu prüfen, wie viele Autos wie schnell auf den Straßen unterwegs sind, wird nun ein Geschwindigkeitsmessgerät angeschafft.

Gefährlich scheint das Eckchen schon zu sein, wo die Kinder die Straße überqueren müssen, um zur Schule zu kommen. Eine Verkehrsschau hat deshalb im April stattgefunden. Die einzige Möglichkeit scheint ein Verkehrshelferübergang zu sein, lautete das Ergebnis. Die Verkehrshelfer müsse Hiltpolstein aber selbst stellen. Das könnten entweder eine fest eingestellte Person wie in Gräfenberg sein oder Eltern, die sich abwechseln, wie in Igensdorf. Um aber zunächst festzustellen, ob und wie dringend notwendig dieser Übergang ist, sollte ein Geschwindigkeitsmessgerät mit auslesbaren Daten bei der Abzweigung "Hinterer Berg" aufgestellt werden.

"Die Messgeräte sollen angeschafft werden, um nachzuweisen, wie viele Autos dort fahren und mit welcher Geschwindigkeit. Es wird oft nicht geglaubt, wie brenzlig es dort ist", erklärte Bürgermeisterin Gisela Bauer. Dritte Bürgermeisterin Gisela Geldner meinte aber, es sei dort nicht das Problem der Geschwindigkeit, sondern der Unübersichtlichkeit. Spiegel findet sie daher als geeignetere Lösung.

Gerhard Leistner (CSU) warf ein, dass in den 50 Jahren der Schule bislang nur ein Fall bekannt sei, dass ein Kind in ein Auto lief. Die Eltern sollten mit den Kindern diese Überquerung üben. Leistner hält eine Ampel dort für ungeeignet. Vor allem der Schwerlastverkehr müsse dann am Berg anhalten und anfahren. Michael Knauer (BfH) würde eine Tempobegrenzung am Tor beim Möchser Weg für gut erachten. Gerade dort seien die Lkw schnell unterwegs.

Da ein Messgerät auch an anderen Stellen eingesetzt werden kann, einigte sich der Rat, zunächst ein Modell für 2500 Euro anzuschaffen.


Neuer Flächennutzungsplan soll dem Wunsch nach Bauen gerecht werden

Ein Mammutprojekt wollen die Hiltpoltsteiner mit der Ausarbeitung eines neuen Flächennutzungsplans (FNP) starten. "Es hilft allen nicht, wenn jährlich punktuell eine Änderung und zwei Satzungen gemacht werden", erklärte Frank Unkroth, Bauamtsleiter des Landratsamts Forchheim, die Notwendigkeit für das Vorhaben.

Den Gemeinderäten lange schmackhaft darstellen musste er das nicht. Ihnen war ohnehin klar, dass in dieser Hinsicht etwas getan werden muss. Die Formulierungen bei den Änderungen kennen sie inzwischen auswendig. Bereits bei der Gemeindebesichtigung durch das Landratsamt in den vergangenen Wochen sind die vielen Bauanfragen in Hiltpoltstein aufgefallen. Punktuelle Änderungen des FNP sind oft notwendig, denn der vorhandene Plan wurde bereits 1987 ausgearbeitet und ist schlichtweg veraltet. Es sei wichtig, dass junge Leute hier Familien gründen und ihr Eigenheim errichten wollen. Doch Bauvoranfragen am Ortsrand, die man positiv behandeln wolle, fordern Nutzungsplanänderungen und das bedeutet einen hohen Aufwand für Verwaltung und Landratsamt. Die Ergänzungssatzungen bei den Einzelanfragen müssen auch rechtlich geprüft werden.

Unkroth zeigte deutlich, dass eine Bauleitplanung das Instrument der Gemeinde sei, auf Bauvorhaben einzuwirken. Diese gemeindliche Planungshoheit sollen die Räte ernst nehmen. Natürlich geht das nicht von heute auf morgen. Ein Zeitschiene von zwei bis drei Jahren sieht Unkroth vor. Zunächst müsste ein Planungsbüro gefunden werden. Mit Kosten in fünfstelliger Höhe müsse die Gemeinde ebenfalls rechnen, doch bei jeder punktuellen Änderung war die Rede von Kosten in vierstelliger Höhe, erinnerte Unkroth. Da es eine gesetzliche Pflicht sei, Bauleitpläne aufzustellen, konnte Unkroth Dritter Bürgermeisterin Gisela Geldners Frage, ob sich das Projekt mit der Strukturhilfe vertrage, bejahen.

Um die Nahwärmeversorgung anzukurbeln, müssen die Hiltpoltsteiner noch kräftig die Werbetrommel rühren. Eine Fragebogenaktion zeigte nur wenig Resonanz, wie Christian Schubert von der Naturstrom AG berichtete. Naturstrom erwarb 2009 die Biogasanlage in Hiltpoltstein.

Ein Leuchtturmprojekt ist diese Nahwärmeversorgung, bei der Rohstoffe aus der Region verwendet werden. Den angestrebten Wärmebedarf beziffert Schubert mit 2 000 000 kwh. Schule und Kindergarten, das Mehrzweckhaus und einige Gewerbe- und Privathaushalte werden bereits mit dieser Nahwärme versorgt. Umgekehrt heißt es, dass noch 75 zusätzliche Anschlüsse nötig sind, um das Ziel zu erreichen. Die meisten heizen mit der Ölheizung, viele davon sind bereist über 25 Jahre alt. Gemeinderäte haben die Bürger bereits auf das Projekt angesprochen.

Nun sollen die Bürger auf einer Infoveranstaltung am 14. Juli direkt Fragen stellen und sich über Nahwärmeversorgung durch die Biogasanlage ein Bild machen können.