Der Neumarkter und seine oberpfälzischen kämpfenden Ritter gehören seit Januar zum Igensdorfer Verein. Das Früh- und Hochmittelalter ist in der Gilde vertreten, sodass auch Kreuzritter und Wikinger bei der kämpfenden Truppe sind.

Sie unterscheiden sich grundlegend von anderen kämpfenden Truppen der Lagerleben, denn ihre Kämpfe sind keine Showkämpfe, sondern echte. "Mann auf Mann", sagen Rauscher und Blasel.


Manchmal fließt Blut

Die kämpfenden Männer hauen richtig zu, bis es kracht und scheppert. Allerdings mit Showkampfwaffen, also Schwertern, die zwar aus Stahl, aber gerundet sind. Dass dann die Schulterknochen oder das Nasenbein brechen oder Verletzungen am Knie passieren, kann durchaus vorkommen.

Niemand wird dazu gezwungen. "Jeder weiß, worauf er sich einlässt", sagen Blasel und Rauscher. Gekämpft wird, bis es einem reicht.
"Bei guter Kondition vier Minuten. Der längste Kampf dauerte sieben Minuten", erzählt Blasel und widerlegt damit die Mär von den stundenlangen harten Kämpfen der Ritter.

Wegen dieser realen Kämpfe sind die Ritter der Igensdorfer Ritterschaft schon ab und zu von anderen Veranstaltern für ein Lagerleben gebucht worden. Viele Touristen besuchen diese Lagerleben, wollen sich ein Bild vom Leben im angeblich so finsteren Mittelalter machen.


Authentische Waren

Doch auch die Waren, die dort ausgestellt sind und verkauft werden, faszinieren. Körbe, Schwerter, Felle, Schmuck. Selbst Kettenhemden, wie sie die kämpfende Truppe trägt, sind zu sehen. "Die Kettenhemden trug man, um keine Schnittwunden zu bekommen. Ein Schwert verursacht Schnittwunden. Daran sind sie früher gestorben", sagt Blasel. Beim einzigen Mittelalterfest, das der Verein in Igensdorf gefeiert hat, waren auch diese echten Kämpfe zu sehen. Eine Wiederholung scheitert am Geld, denn dieses Lagerleben zu organisieren, ist kostspielig und für die Ritterschaft allein nicht tragbar.