Die Mitglieder des Sportkegler-Vereins Forchheim (SKV Forchheim) haben schon harte Zeiten hinter sich gebracht. Weil sie den Widrigkeiten aber gemeinsam getrotzt haben, sind sie immer noch hier. "Ja, uns gibt es noch", sagt Vorsitzende Ute Groth. Sie hat es sich zum Ziel gemacht, dass die Kegler im Jahr 2017 ihr 50. Vereinsjubiläum feiern können.

Dass der Verein sich halten konnte, ist nicht selbstverständlich. Schließlich mussten die Kegler schon zwei Mal gezwungenermaßen ihre Kegelbahnen in Forchheim räumen. Als das VfB-Gelände in Forchheim 1980 verkauft wurde, wich der SKV zunächst für zehn Jahre nach Weilersbach aus, bis sich in Forchheim eine Kegelbahn fand. Als diese im Jahr 2007 zu einer Bowlingbahn umgebaut wurde, stellte dies den Verein erneut vor eine Herausforderung. Forchheim hat seitdem zwar einen Kegelverein, aber keine Kegelbahnen mehr.

"Das waren schöne Zeiten"

Die Mitgliederzahl ist zu gering, um eine eigene Kegelbahn bauen zu können. "Das waren schöne Zeiten in Forchheim", erinnert sich Jürgen Scholz, der seit 42 Jahren im Verein ist.

Mit der derzeit gemieteten Kegelbahn in Hausen sind die Mitglieder zwar zufrieden. Dennoch wünschen sie sich, dass der Verein eines Tages in die Stadt zurückkehren kann. Offiziell handelt es sich in Hausen um eine Zweibahnenanlage. Das neue 120-Wurf-System, das für den Wettkampfbetrieb eingeführt worden ist, könnte sich dort als problematisch erweisen, wenn pro Mannschaft sechs Spieler gegeneinander antreten müssen.

Dann würde sich eine Partie, da nur zwei Bahnen vorhanden sind, über viele Stunden hinziehen. Vier Spieler pro Team wären dagegen ideal. Da viele Vereine im Landkreis ebenfalls nur über Zweibahnenanlagen verfügen, ist dieser Wunsch vielleicht nicht ganz utopisch.

In der nächsten Spielrunde wird bereits umgestellt. "Es ist spannender für Spieler und Zuschauer", erklärt Groth die Vorzüge des neuen Spielsystems. Bisher warfen im alten System die Kegler zwei Mal 50 Wurf, jetzt sind es vier Mal 30 Wurf. Die Spieler treten damit im direkten Vergleich gegeneinander an.

Der SKV Forchheim zählt zum Sportkegelbezirk Mittelfranken, obwohl er in Oberfranken liegt. Vier Jugendliche kegeln derzeit im Verein. Zwei gehören der B-Jugend, weitere zwei der A-Jugend an. "Ohne Jugendarbeit geht es nicht", sagt Jugendtrainerin Bruni Popp. Da die Spieleranzahl nicht ausreicht, um eine eigene Jugendmannschaft zu bilden, spielt der Nachwuchs in einer Spielgemeinschaft mit Erlangen. Kegeln ist auf der anderen Seite auch ein Sport, der bis ins hohe Alter betrieben werden kann.

Für alle Generationen

Mehrere Generationen können daher zusammen in einem Team spielen. Das verbindet. Der älteste Spieler bei den Forchheimer Keglern ist 76 Jahre alt, der jüngste elf Jahre.

Die Spieler sind während eines Wettkampfs voll konzentriert und kommen kräftig ins Schwitzen. Deshalb liegt auch immer ein Handtuch bereit. "Kegeln ist Ausdauer- und Kraftraining", erklärt Rifat Dervovic, der bald seit 40 Jahren Mitglied im Verein ist. Er hat auch schon anderswo höherklassig in der Bundesliga gespielt, hat den Forchheimern aber die Treue gehalten.