Die Volksschule Hallerndorf war seine Wunschschule. Das sagte Günther Dalles, als er sich den Hallerndorfer Gemeinderäten als neuer Rektor vorstellt. Er ist 51 Jahre alt, verheiratet und hat drei Töchter, einen Hund und zwei Katzen.
Er spielt er in seiner Freizeit gern Tischtennis, fährt Rennrad und campt. Als gebürtiger Oberpfälzer stammt Dalles aus Freihung. Er besuchte das Gymnasium in Weiden und diente bei der Luftwaffe der Bundeswehr in Burglengenfeld. Nach der Bundeswehr begann er ein Informatik-Studium in Erlangen.


Lieber Menschen als Maschinen

Dalles bemerkte allerdings schon recht schnell, dass er lieber mit Menschen als mit Maschinen kommuniziert. In der Folge schwenkte er um und studierte Haupt- und Mittelschullehramt.

Günther Dalles versteht sich als Dorflehrer alten Stiles, der nicht nur zum Unterrichten in die Schule kommt, sondern sich darüber hinaus in das dörfliche Leben einbringen möchte - sei es bei Festen und Veranstaltungen, sei es auch in der Schulband. Sein Referendariat und die ersten Jahre als Lehrer führten Dalles nach Weisendorf und Röttenbach.

Dort genoss er das Klima, das an derartigen kleinen Schulen herrschte. 2012 wurde er in Höchstadt zum Konrektor ernannt, an einer Mittelschule mit 600 Schülern. Das war aber keine Dorfschule mehr, an der Dalles gerne unterrichtet hätte; sondern eine jener Schulen, an der die Schüler aus der gesamten Umgebung unterrichtet wurden.

Da Dalles Sehnsucht nach einer Dorfschule hatte, bewarb er sich um die Stelle als Rektor in Hallerndorf; wohl wissend, mit welchen Schwierigkeiten er hier um den Erhalt der Schule kämpfen würde: "Wenn der letzte Mittelschüler geht, muss ich auch gehen." Günther Dalles ist nicht gekommen, um alles an der Hallerndorfer Schule umzukrempeln, sondern will sehen, welche Stärken die Schule hat und an welchen Stellen Korrekturen nötig sind. Er hofft zwar auf 100 Tage, bis er seine erste Bilanz ziehen kann, doch in Hallerndorf ist keine Zeit mehr zu verlieren: "Ich will um unsere Schule kämpfen", versichert er den Gemeinderäten, auch wenn das nicht so einfach scheint.


Das Kind im Mittelpunkt

Da die Hirschaider die Auflösung des gemeinsamen Schulsprengels im März 2015 beantragt hatten, forderte die Regierung in Bayreuth kürzlich Bürgermeister Torsten Gunselmann (FWG) und den gerade neu ernannten Rektor Günther Dalles auf, dazu Stellung zu nehmen.

Für Günther Dalles ist ein gutes Lern- und Lehrklima wichtig, so dass sowohl die Schüler als auch die Lehrer gerne in die Schule kommen, miteinander wertschätzend und respektvoll umgehen: "Das Kind steht im Mittelpunkt."

Dalles will den Schülern gerecht werden, sie fördern und fordern. Er sieht sich jedoch nicht als Gute-Laune-Onkel. Wenn etwa schiefläuft, will er das auch in aller Deutlichkeit ansprechen. Allerdings bittet er ein wenig um Nachsicht, da er als gebürtiger Oberpfälzer noch lernen muss, diplomatisch zu agieren: "Ich kann laut und direkt werden, wie es meinem Naturell als Oberpfälzer entspricht." Dalles jedoch darauf, dass er 2023 in Hallerndorf und mit den Hallerndorfern seine Pensionierung feiern kann.