Wenn Heinrich Kattenbeck mal Lust auf Fernsehen hat, bereut er es schnell wieder. "Schauen Sie sich die Werbung an, zum Beispiel der Autobranche. Wo fahren die Autos? Durch herrliche Landschaften, entlang blühender Wiesen, vorbei an Flüssen und Bächen. Alles ohne Staus und ohne Blechlawinen des Berufsverkehrs. Eine heile Welt der Lüge."

Für den Forchheimer Kreisvorsitzenden des Bund Naturschutz (BN) haben derlei Werbespots nichts, aber auch gar nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Das die Wirklichkeit meistens doch nicht so schlimm ist, wie man fürchtet, verdankt sich auf der anderen Seite auch dem Einsatz tausender Naturschützer in Franken, Bayern und Deutschland.

Naturschutz bedeutet für BN-Mitglieder wie Kattenbeck, den Lebensraum und die Lebensgrundlagen für Menschen, Tiere und Pflanzen zu bewahren und dort, wo sie schon zerstört worden sind, wiederherzustellen.
Der BN tut das im Landkreis Forchheim inzwischen seit 40 Jahren.
Es sind vor allem die Erfolge vor der Haustür, die die Mitglieder zufrieden und optimistisch stimmen. "Wir versuchen aufzuzeigen, dass der Wald keine Müllkippe ist, und verhindern, dass Biotope mit Bauschutt aufgefüllt werden", sagt Kattenbeck.

Weitermachen trotz Rückschläge

Die Arbeit des BN bezeichnet Kattenbeck als "täglichen Kampf". Demonstrationen und Mahnwachen gehören ebenso dazu wie der Umgang mit Behörden. "Wir verhelfen der Natur zu ihren Rechten", erklärt Kattenbeck.
So manche "Ausnahmeregelung" hält der BN-Vorsitzende nicht mit dem Naturschutzgesetz für vereinbar. Der BN kämpft einen einen Kampf, den er nicht immer gewinnen kann. Entmutigen lassen sich die Naturschützer davon trotzdem nicht.

Erst am vergangenen Wochenende haben Mitglieder der Forchheimer Kreisgruppe an einer Demonstration in München teilgenommen und vor der Bayerischen Staatskanzlei gegen Massentierhaltung und gentechnisch veränderte Pflanzen demonstriert.

"Man hat gespürt, dass viele da waren, die dasselbe wollen. Egal ob Bauern, Kinder, Naturschützer oder einfache Bürger, wir waren eine lebendige Gemeinschaft, die ein gemeinsames Ziel verfolgen", freut sich.
Landwirte zählen dagegen nicht zu den natürlichen Freunden der Naturschützer. Das ändert aber nichts daran, dass der BN und der Bayerische Bauernverband sich regelmäßig über Ziele, Konflikte und Gemeinsamkeiten austauschen. "Natürlich sind wir uns nicht in allen Punkten einig", räumt Kattenbeck ein.

Pflege der Landschaft

Ein weiteres Anliegen der Naturschützer ist die Landschaftspflege und die Biotope.
Beharrlich pflanzen sie Obstbäume und treten für den Erhalt von Streuobstwiesen ein. "Die hegen und pflegen wir", beteuert Geschäftsführer Friedrich Oehme.