Das Jahr 2020 wird uns allen als das "Corona-Jahr" in Erinnerung bleiben. Für alle war es die erste Pandemie, das erste Mal, dass es einen Lockdown in Deutschland gab. Die "Corona-Krise" und ihre Folgen beschäftigten den ganzen Landkreis.

Während zu Jahresbeginn das Virus hauptsächlich im Ausland Schlagzeilen machte, zog Sars-CoV-2 schnell durch das Land und landete zeitnah auch im Forchheimer Lokalteil. Zuerst hatte keiner Angst, dann traf es alle erschreckend schnell. Bereits im März wurde das erste Gymnasium geschlossen, der Lockdown tat wenige Tage später sein Übriges. Der Landkreis befindet sich wie die ganze Welt im Ausnahmezustand, Bayern ruft den Katastrophenfall aus.

Die Solidarität im Landkreis Forchheim ist enorm. "ZusammenhaltenFo" oder auch Gutscheinaktionen von Kommunen und Tourismusverbänden sollen die lokale Gastronomie, Selbstständige und Einzelhändler über die erste Lockdownphase bringen. Es sind schwere Zeiten für alle.

Doch mit den Wochen haben die Forchheimer gelernt, mit der ungeliebten Maske zu leben. Für viele Menschen, die in der Veranstaltungs- oder Reisebranche arbeiten, aber auch für Gastronomen und Einzelhändler war das Jahr 2020 eine wirtschaftliche Katastrophe. Betroffen von der Pandemie waren alle. Auch wenn besonders im Sommer das Gefühl aufkam, dass alles wieder zum Alten kommen würde.

Kirschstein geht auf Konfrontation

Möglichst schnell zurück zum Alten wollte das Königsbad kommen. Daher klagte Forchheims Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) im Mai. Er wollte, dass das Bad wenigstens im Außenbereich öffnen darf. Vor dem Verwaltungsgericht Bayreuth wollte er eine Öffnung unter strengen Hygieneregeln durchsetzen, denn die Stadt argumentierte, es handle sich dann um eine reine Sportstätte. Am Dienstag, 26. Mai, gab es die Absage. Die Klage erreichte über die Landkreisgrenzen hinweg die Presse, Kirschstein schaffte es mit der Klage in einige Artikel.

Noch mehr Staub wirbelten er und seine Reaktion auf bestimmte Corona-Pläne allerdings Mitte Oktober auf: Alle Kindertagesstätten unter Trägerschaft der Stadt Forchheim sollten nicht an der Testreihe "Covid-Kids Bavaria" teilnehmen. Kirschsteins Begründung: Durch eine solche Massentestung würden die Zahlen der positiv Getesteten hochgehen. Er wollte allerdings die Grenze von 50 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen nicht überschreiten, da dies weitere Einschränkungen für den Landkreis bedeutet hätte. Der OB landet damit sogar in zwei TV-Satire-Magazinen. Lange geholfen hat es zudem nicht, die 50er-Marke wurde am 26. Oktober gerissen, strengere Regeln folgten.

Massentests und Impfzentrum

Ende Oktober wurde der Kellerwald-Parkplatz zum Massentest-Gelände. Es staute sich, weil 530 Personen getestet werden musten. Bereits Ende März war in der Ruhalmstraße eine Abstrichstelle für den gesamten Landkreis eingerichtet worden. Besonders aber wenn ganze Schulen, Kindertagesstätten und andere größere Einrichtungen wegen Corona-Positiven schließen müssen, kommt es immer wieder zu Engpässen. Das Team im Gesundheitsamt arbeitet am Anschlag. Es finden sich bei einer Ausschreibung des Landratsamtes aber viele Bewerber, die gerne helfen möchten.

Es gibt aber auch Kritiker, Querdenker und Maskenverweigerer. Unter dem Namen "Freiheitsbewegung Forchheim" treffen sie sich auf dem Paradeplatz, aber auch bei Kundgebungen in anderen Städten, um gegen die Corona-Regeln zu demonstrieren.

Wie in allen Landkreisen in Bayern beginnt Ende des Jahres in Forchheim die Suche nach einem Ort für ein Impfzentrum. Schnell wird man fündig: Das ehemalige Don-Bosco-Schülerwohnheim wird als künftiges Impfzentrum für den Landkreis auserkoren.

Als Betreiber werden der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und die Ugef Gesundheit in Franken GmbH & Co. KG gewonnen. Bereits im Dezember wird das Impfzentrum ausgestattet und ein Test beginnt. Sobald der erste Impfstoff zugelassen ist, kann also im Landkreis Forchheim geimpft werden.