Christina König, die stellvertretende Leiterin des Forchheimer Pfalzmuseums, denkt heute schon an den Advent 2013. Das kommt nicht von ungefähr, denn eine ihrer angenehmsten Dienstpflichten sind die alljährlichen Sonderaktionen des Museums zu Ostern und zu Weihnachten. "Da muss man sich schon ein Jahr vorher Gedanken machen", sagt sie. Manchmal würde ihr eine geeignete Sammlung oder Ausstellungszusammenstellung zu weihnachtlichen Themen angeboten. Häufiger, so sagt sie, beginne es aber mit einer Idee. "Dann suche ich nach passenden Exponaten und Leihgebern." Mal höre sie etwas aus Fachkreisen, mal stoße sie bei privaten Unternehmungen auswärts auf eine Anregung.

Aber mit Ideen und Verhandlungen ist es längst nicht getan. Dieses Jahr hat sie Gudrun Wirths mit ihrer Sammlung von Christbaumschmuck zu Gast. Die kleinen filigranen Teile müssen entsprechend präsentiert werden: Auf Weihnachtsbäumen.


Nur: Die sahen je nach Epoche recht unterschiedlich aus. Klein waren die Nadelbäume im Biedermeier. Da wurden sie auf Tischen aufgestellt. Ein zu dieser Zeit passender Tisch fand sich im Fundus des Museums. Aber die stilgemäße Tischdecke? "Gut, dass ich zu Hause eine von meiner Urgroßmutter bestickte Decke hatte." Und ein zweites Ausstellungs-Requisit stammt ebenfalls aus ihrem Privatbesitz: Das kleine Buchsbäumchen.

Wie durch einen Brief Lieselottes von der Pfalz, der Schwägerin des "Sonnenkönigs", belegt ist, leistete sich der Adel des 18. Jahrhunderts zu Weihnachten so ein kugeliges Bäumchen und ließ es mit roten Papier-Rosen, vergoldeten Nüssen und Gebäck-Kringeln schmücken.

Die Sonderausstellung in der Forchheimer Kaiserpfalz ist noch bis 6. Januar geöffnet.