Herzlich aufgenommen wurde der Kardiologe Samir Murad, als er vor vier Jahren vom Herzzentrum Lahr (Schwarzwald) in das "Herz der Fränkischen Schweiz", nach Ebermannstadt wechselte. "Bei der Entscheidung, an die Klinik Fränkische Schweiz zu wechseln, hat auch mein Herz eine wichtige Rolle gespielt", bekennt der Herzspezialist und Notfallmediziner, der mittlerweile als Chefarzt die Klinik leitet.

Zum Auftakt der Herzwochen (vom 1. bis 30. November) mahnt der aus Syrien stammende 38-jährige Chefarzt, auf das Herz zu hören. Nicht nur in medizinischer Hinsicht.

Anrufe in Damaskus


Diese Einstellung lebt Samir Murad. "Ich rufe tagtäglich bei meiner Familie in Damaskus an und informiere mich über die Lage. Im Moment ist die Lage im Kern von Damaskus zwar wieder etwas ruhiger, aber es kann immer etwas passieren. Die Sorge um meine Eltern und meine Verwandten beschäftigt mich schon sehr." Deshalb verfolgt er die politischen Auseinandersetzungen in seinem Heimatland auch im Fernsehen und im Internet.

Beruflich hängt sein Herz an der Klinik Fränkische Schweiz.
"Ich möchte das Haus in den Bereichen Kardiologie und Notfallmedizin regional und überregional weiter etablieren", betont der Herz-Spezialist, der Patienten mit Herzrhythmusstörungen nicht nur medikamentös behandelt, sondern auch Verödungen (Ablationen) durchführt und Herzschrittmacher sowie Mini-Defibrillatoren implantiert.


Schicksale der Patienten



Dabei gehen ihm die Schicksale seiner Patienten durchaus nahe. "Es bewegt mein Herz, wenn ich erlebe, wie dankbar die Patienten sind, wenn es ihnen wieder besser geht. Andererseits berührt es auch mein Herz, wenn ich einem Patienten einmal nicht mehr helfen kann", plaudert der Chefarzt aus dem Nähkästchen.

Die Liebe zu seinem Beruf komme von ganzem Herzen, bekennt Murad, der jeden Tag sein Bestes geben will und sich von ganzem Herzen wünscht, möglichst vielen Menschen helfen zu können. Sein größter Wunsch wäre Frieden - nicht nur in Syrien, sondern auf der ganzen Welt.

Eine Herz-Dame gibt es im Leben von Samir Murad (zurzeit jedenfalls) nicht. Dafür ist der Chefarzt ein Herz und eine Seele mit seinem vierjährigen Sohn Matteo, der in Schutterwald (Ortenau-Kreis, Offenburg) lebt. "Ich verbringe viel Zeit mit ihm. Da schlägt mein Herz höher. Jeder freie Wochenende fahre ich die 360 Kilometer zu meinem Sohn", betont der stolze Vater, der sein Herz aber auch ein wenig an Ebermannstadt verloren hat.


Der 98-jährige Großvater



Herzhaft lachen kann Samir Murad über die Geschichten seines 98-jährigen Großvaters. "Immer, wenn es mir aus irgendwelchen Gründen nicht gut geht, rufe ich meinen Opa an. Der hat mich bis jetzt immer wieder aufgeheitert. Er versteht es, seine Geschichten immer wieder neu zu verpacken, so dass ich von Herzen lachen kann. Meinem Bruder geht es übrigens genauso", erzählt Murad und strahlt über das ganze Gesicht. "Diese Geschichten sind auch ein gutes Mittel gegen Herzeleid", räumt der Chefarzt ein. Doch seine medizinische Kunst hat auch Grenzen. Beispielsweise bei Herzlosigkeit. "Das ist der schlimmste Herzfehler", räumt Samir Murad ein. "Doch dagegen ist auch ein Kardiologe machtlos."


Goldene Tipps für ein gesundes Herz



Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität senkt Blutfette, Blutzucker und Blutdruck, stärkt die Herzkraft, erweitert die Gefäße, fördert den Schlaf, hebt die Stimmung.

Ernährung: Viel frisches Obst, Gemüse und Salat, Vollkornprodukte statt tierischer Fette; Oliven- oder Rapsöl; eher Fisch statt Fleisch (eher Geflügel);
fettarme Milchprodukte, Kräuter und Gewürze statt Salz

Nichtrauchen: Rauchen vergiftet das Herz, hinterlässt in den Blutgefäßen lebensgefährliche Ablagerungen (Arteriosklerose), die den Blutfluss immer stärker einschränken, bis es schließlich zum Herzinfarkt oder zu einer massiven Herzschwäche kommt.

Blutdruck: Lassen Sie Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker regelmäßig beim Arzt kontrollieren. Wer clever ist, nutzt den Herz-Check (ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre kostenlos).

Gewicht: Übergewicht? Bei Männern steigt das Herzinfarktrisiko ab einem Bauchumfang von 94 Zentimetern an, bei Frauen ab 80 Zentimeter.

Stress mindern: Körperliche Aktivität ist wichtig, aber auch Entspannung im Kreis der Familie oder Freunde. Planen Sie regelmäßige Pausen ein, gönnen Sie sich Auszeiten und Erlebnisse, die Freude bereiten. Außerdem helfen Entspannungstechniken.

Geselligkeit Soziale Kontakte sind wichtig. Ohne sie fehlt
dem Menschen ein wichtiger Stresspuffer. Deshalb: Kontakte zu anderen Menschen herstellen. Im Ehrenamt kommen viele Menschen zusammen.