Wenn in den nächsten Wochen 1700 Bürger den Protest gegen das geplante Baugebiet unterschreiben, wird ein Bürgerentscheid möglich. Wenn dann 20 Prozent der rund 16 000 Forchheimer Wahlberechtigten im Sinne der BI stimmen, dann wird es das Baugebiet nördlich der Ruhstraße nicht geben.

Im Dezember hatte der Stadtrat beschlossen, dass dort 27 neue Wohneinheiten entstehen können. Doch die BI-Sprecher Ingolf Franke und Markus Stühlein gehen davon aus, dass die Forchheimer Bürger die Reuther Hänge in ihrer jetzigen Form erhalten wollen. "Der Stadtrat hat die Meinung der Mehrheit der Bürger nicht wahrgenommen", ist Franke überzeugt. Um das zu verdeutlichen, lädt die BI am Sonntag zu einem "Protestspaziergang" (Ruhstraße, 15 Uhr) ein.

Was Markus Stühlein umtreibt: Auf der Homepage des Freien Bürgerblocks (FBF) sei bereits von der Fortsetzung der Bebauung die Rede. Es gehe also um mehr, als um die vom Stadtrat beschlossenen Grundstücke.

Eine "komplette Bebauung der Hänge von Osten aus in Richtung Westen" befürchtet auch der Grüne Lokalpolitiker und BI-Aktivist Edwin Meyer. Er betont zudem, dass die Bürgerinitiative "keinesfalls eine Gemeinschaft von Nachbarn ist, die sich gegen die Bebauung wehrt". Die Werbung für ein Bürgerbegehren steht unter dem warnenden Slogan "Anfang vom Ende". Denn ein neues Baugebiet sei der Einstieg in eine Zerstörung des Naherholungsgebietes Reuther Hänge. Entsprechende Signale hätten FBF und CSU bereits ausgesendet, sagt Ingolf Franke.
CSU-Stadtrat Udo Schönfelder hält dem entgegen: Seine Fraktion werde in der kommenden Woche zwar einen Antrag zur Änderung des Forchheimer Flächennutzungsplanes einbringen, um weitere Wohngebiete zu ermöglichen. "Doch auf den Reuther Hängen will die CSU auf absehbare Zeit keine weitere Bebauung."

Und FBF-Stadtrat Heinz Endres sagt: "In Reuth sollte vernünftig weitergebaut werden". Der Freie Bürgerblock schlägt vor, "die Breitenlohstraße weiterzuführen, so dass man die Reuther Hut von zwei Seiten anfahren" könne. "Wir wollen keinen Stadtteil errichten, aber auf beiden Seiten der Breitenloh- und der Ruhstraße muss eine Bebauung möglich sein", fordert Endres.