Schandfleck oder Schmuckstück? Seit Jahrzehnten sind die Fensterläden zu, die hölzerne Kellertüre mit den massiven Beschlägen ist morsch geworden, der Putz bröckelt und das Geländer, das zu einem kleinen Aufgang führt, ist von Korrosion gezeichnet. Die Scheiben hinter den vergitterten Fenstern sind eingeworfen.

Ein Blick ins Innere lohnt sich

So präsentiert sich das majestätisch wirkende Gebäude des ehemaligen Brauhauses Bastei-Bräu in Ebermannstadt, das seit Jahrzehnten niemand mehr durch die graue Holztüre mit den aufgedoppelten Diagonalbrettern in der Mitte, Oberlichtern und senkrecht stehenden Holzprofilen im unteren Teil betreten hat. Das Kastenschloss mit dem schlichten Drücker ist seit 1975 verriegelt.

Ein Blick in das Innere würde sich nicht lohnen, findet Christian Rösch, der vor ein paar Jahren eine Ausstellung über die Ebermannstadter Brauereien organisiert hat. Nicht einmal ein einziger Bierkasten sei da noch zu finden. Mit der Aufgabe der Brauerei wurde die gesamte Einrichtung verkauft. Und das Gebäude fiel in einen Dornröschenschlaf. "Es wäre nur allzu schön, wenn ein Prinz das städtebaulich bedeutsame Bauwerk wach küssen würde. Immerhin trägt die Immobilie ein Stück Stadtgeschichte im Namen", sagt Heimatpfleger Georg Brütting.

Noch ist das Gebäude in Privatbesitz

Doch daraus wird wohl vorläufig nichts. "Solange die hoch betagte Besitzerin lebt, wird ihr Besitz nicht angetastet", erklärt ein Nachfahre der Eigentümerin am Telefon, der aber nicht genannt werden will.

Als Braumeister Franz Kraus 1929 das Gebäude errichten ließ, stießen die Bauarbeiter bei der Grabung des Fundamentes am Wiesent-Ufer auf die Mauerreste eines Rundturmes, der zur Bastion der ehemaligen Stadtbefestigung gehört hatte. Außerdem wurde an der gleichen Stelle ein menschliches Skelett in hockender Position gefunden, über dessen Identität nur gerätselt werden kann. Dokumentiert wurde dies durch ein Foto, auf dem ein Kind die Position des Skelettes markiert. Mit auf dem Bild ist übrigens der ehemalige Steuersekretär Franz Dörrzapf, Gründer des Ebermannstadter Heimatmuseums.

Name kommt von der naheliegenden Festung

Die Geschichte der Brauerei Kraus, der die Ebermannstadter wegen der Lage an der einstigen Festung den Namen Bastei-Bräu gaben, geht zurück bis ins Jahr 1874, als Joseph Kraus eine Malzdörre baut. Er braut im damaligen Kommunbrauhaus und ist in den Kessel-Listen 1874, 1879, in den 1880-er Jahren sowie 1901 und 1908 aufgeführt. Joseph Kraus darf zwar brauen, hat aber keine Lizenz zum Bier-Ausschank. 1912 und 1914 taucht erstmals der Name Franz Kraus als Brauer auf. Er lässt in den Jahren 1925 und 1926 Planzeichnungen für eine eigene Brauerei anfertigen, die schließlich auch realisiert wurden. Sie lagern im Staatsarchiv Bamberg. Dort findet sich auch ein Eintrag, dass Brauer Georg Kraus ohne zu fragen das Wappen der Stadt auf seinen Bierfilzchen verwendet hat. Weiter verfolgt wurde dieses Vergehen aber nicht.

Sein Bier lieferte der Bastei-Bräu bis 1975 an die Zapfwirte der umliegenden Ortschaften, aber auch an die Arbeiter im Ebermannstadter Steinbruch und an das hiesige Krankenhaus. Als Medizin?