Der Kreisel beim Forchheimer Ortsteil Kersbach ist in etwa der Punkt, an dem die geplante vierspurige Ostumgehung Richtung Kraftwerk Schwedengraben bei Reuth abzweigen soll. Auf hohen Brücken muss bei dieser Strecke sowohl die Bahnlinie nach Ebermannstadt wie auch das vom Bayerischen Naturschutzfonds geförderte Wässerwiesengebiet gequert werden.

Ilya Eger aus Gosberg und Björn Klupp von der Jungen Biwo (Bürgerinitiative Wiesenttal ohne Ostumgehung) haben die diesjährige Demonstration vorbereitet. Eger kennt die Verkehrsströme durch seinen Heimatort. Dennoch hält er das Projekt in seinen Dimensionen für keine Lösung. Schon deshalb nicht, weil ein Großteil der Fahrzeuge gar nicht den Endpunkt der Umgehung erreichen wolle, sondern einen der Gosberg benachbarten Orte wie Wiesentthau oder Kunreuth.

Kleine Umgehung statt Brücke

Vom Kreisel aus liegt das Walberla im Blick und ebenso Sigritzau mit seinen Fachwerkhäusern. "Das Walberla ist doch ein schöner Anblick", sagte dazu Rosmarie Zöbelein, eine Teilnehmerin des Demonstrationszuges, der vom Pinzberger Bahnhof zum Kreisel und zurück führte. "Hier ist eine sieben Meter hohe Brücke nicht angebracht. Wir wollen eine kleine Umgehung für Gosberg, aber deswegen muss nicht alles mit Straßen zugebaut werden."

"Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten", stimmt ihr Werner Henning aus Burk zu. Dieser Satz gelte hier wie in der Burker Straße. Zwar habe durch die Westumgehung die Zahl der Lkw deutlich abgenommen, dafür fahren viel mehr Pkw die für sie bequeme Strecke. Das erwartet er auch für Gosberg. Die Pkw in die Nachbarorte würden weiterhin durchfahren. Landschaftsschutz ist die zweite Überlegung, die Hennig herradeln ließ. "Sigritzau ist doch ein Dorf wie im Paradies. Das sollte man doch nicht durch eine Straße verschandeln."

Wasserschutz als wichtiges Argument

Dieses Argument brachten in jüngster Vergangenheit auch viele Forchheimer vor, als sich die Baywa unmittelbar neben dem Kersbacher Kreisel ansiedeln wollte. Die Politik ist ihren Gedanken gefolgt und die Baywa "rutschte" in das vorhandene Gewerbegebiet. Als wichtigsten Aspekt sieht der Burker aber den Wasserschutz. Im Zweng gewinnt Forchheim in Flachbrunnen sein Trinkwasser. Die Schutzzone reicht bis zur Straße zwischen Bahnhof Wiesenthau und Reuth. Die Landwirte, die die Äcker und Wässerwiesen bewirtschaften, haben deshalb strenge Auflagen. "Und dann eine Straße mittendurch?", fragte er unter beifälligem Nicken der Demonstranten.

Für die Zukunft sieht Hennig die Sicherung der Wasserversorgung für bedeutsamer als alles andere an. Wassermangel in Folge von Trockenheit ist auch heuer ein Thema in vielen Orten um Forchheim gewesen. So sichern sich Wiesenthau und Gosberg durch eine Verbundleitung mit den Forchheimer Stadtwerken ab, wenn die Wasserspiegel ihrer Brunnen weiter sinken.