Adelgunde Süß häkelt leidenschaftlich gerne bunte Mützen und hat inzwischen so viele davon, dass sie einige mit zur Tauschbörse des Internationalen Frauencafés gebracht hat. Sie hofft, dass sie jemandem damit eine Freude machen kann. "Diese Veranstaltung ist eine hervorragende Idee", findet sie und hat auch schon etwas für sich entdeckt.

Andere Teilnehmer wollten eher etwas loswerden. Denn wohin mit ungeliebten Weihnachtsgeschenken und ausrangierten Gegenständen, für die sich keine Verwendung findet? Entweder sie verstauben in einer Ecke des Kellers, landen gar auf dem Müll oder aber jemand anderes hat noch seine Freude daran.

Zum ersten Mal getauscht

In Forchheim haben sich die Organisatorinnen des Internationalen Frauencafés des Bürgerzentrums Mehrgenerationenhaus die letzte Möglichkeit zu Herzen genommen und am Sonntag zum ersten Mal eine Tauschbörse im Bürgerzentrum Forchheim-Nord ausgerichtet. Nicht nur misslungene Weihnachtsgeschenke wechselten den Besitzer. Statt nach der Bescherung Geschäfte anzusteuern, um dort die gut gemeinten Präsente zurückzugeben, wurde eifrig hin und her getauscht. "Jeder darf nehmen, was er möchte. Mit gutem Gewissen", sagte Kathrin Reif, die Leiterin des Bürgerzentrums.

Obwohl die regelmäßigen Veranstaltungen des Frauencafés sonst eigentlich nur Frauen offen stehen, konnten am Sonntag auch Männer vorbeikommen und nach Herzenslust in den Auslagen stöbern. Auf den Tischen verteilt, lagen verschiedene Café-Gedecke, Gläser, Schmuck, Deko-Artikel, Bücher, Spielsachen und sogar ein Massage-Gerät und konnten einfach mitgenommen werden.

Ein Ring begeistert

Adelgunde Süß hat bei ihrem Streifzug durch das Angebot etwas Interessantes entdeckt: "Wenn ich darf, nehme ich diesen Ring." Das Ehepaar Süß ist mit einem befreundeten Paar spontan aus Nürnberg angereist, als die beiden im Internet von der Veranstaltung erfahren haben. Bei Kaffee und Kuchen kommen sie auch mit anderen Tauschbörsen-Besuchern ins Gespräch. Damit wird das Frauencafé auch seinem eigenen Anspruch gerecht, eine Begegnungsmöglichkeit zu schaffen.

"Es ist schon eine ungewohnte Situation, dass man nichts bezahlen muss", meint auch Monika Ponath und mustert eine Kette mit rotem Anhänger. "Wunderschön", urteilt sie dann und packt das Schmuckstück ein. Die Forchheimerin ist das erste Mal in ihrem Leben auf einer Tauschbörse und hat auch selbst einige Gegenstände mitgebracht. "Jeder hat doch etwas zuhause, was er nicht braucht", sagt sie.

Zu schade zum Wegwerfen

Der Gedanke, etwas zu verschenken, was eigentlich zu schade zum Wegwerfen ist, aber daheim nur Platz wegnimmt, begeistert Ponath. "Was noch übrig bleibt, bringe ich morgen zu Pack Mer's."

Gegenstände, die keinen neuen Besitzer gefunden haben, mussten am Ende der Veranstaltung wieder mitgenommen werden. Das Team des Frauencafés überlegt, die Tauschbörse jährlich zu veranstalten.