"Sei gelobt und hochgepriesen", tönte der Lobgesang zu Ehren der Heiligsten Dreifaltigkeit durch die Basilika Gößweinstein. Zum Patronatsfest war der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick gekommen, um mit den zahlreichen Wallfahrern, besonders den Weilersbachern, und den Pfarrangehörigen Gottesdienst zu feiern. In seiner Begrüßung wies Erzbischof Schick darauf hin, dass jeder Gottesdienst wie eine Wallfahrt sei: "Zur Wallfahrt gehört beten, singen, schweigen, hören. Nichts anderes machen wir auch beim Gottesdienst." "Gößweinstein hat schon etwas Besonderes", sagte der Bischof in seiner Predigt. An Wallfahrtsorten werden Heilige wie die Gottesmutter Maria, Jakobus oder auch die Vierzehnheiligen verehrt. Auf das Geheimnis der heiligsten Dreifaltigkeit werde zunächst mit Unverständnis, dann aber auch mit Neugier reagiert. In Gößweinstein werde das Geheimnis ein Stück weit offenbar. Wie schwierig dieses Geheimnis zu ergründen sei, machte er an der Begegnung des heiligen Augustinus mit dem Knaben am Meer fest. Der Knabe hatte eine kleine Grube im Sand gemacht und wollte mit einem Löffel das Meer in die Grube füllen. Dies sei so unmöglich wie das Geheimnis der Dreifaltigkeit zu erklären. Der Oberhirte erklärte: "Gott ist Kommunikation. Ohne Gespräch verliert der Mensch sein Menschsein." Der Erzbischof Schick betonte: "Die Heiligste Dreifaltigkeit soll Richtschnur für unser Leben sein." Daher sei Gößweinstein so wichtig und müsse als geistlicher Ort erhalten bleiben. Begrüßt wurde Schick von Kindern des Kindergartens St. Franziskus. Dessen Leiterin Irmgard Redel hatte mit den Kindern ein Gedicht vorbereitet. Für die Pfarrei Heiligste Dreifaltigkeit Gößweinstein sprach Pfarrgemeinderatsvorsitzende Kathrin Heckel. Als Konzelebranten feierten mit dem Erzbischof die Franziskanerpatres Pfarrer Flavian Michali, Wallfahrtsseelsorger Pater Aurelian Ziaja und Pater January Sliwa den Pontifikalgottesdienst. Die Lesungen und die Fürbitten wurden abwechselnd vom Weilersbacher Wallfahrtsführer Norbert Seiler und Kirchenpfleger Georg Lang vorgetragen. An der Orgel gestaltete Georg Schäffner virtuos den Gottesdienst mit. Während des Auszugs von der Basilika zum Pfarrhaus segnete Erzbischof Schick Kinder, Alte und Kranke. Den Ein- und Auszug des Erzbischofs begleitete der Musikverein Gößweinstein unter Leitung von Jürgen Hiltl. Die Freiwillige Feuerwehr Gößweinstein sorgte mit der kurzzeitigen Absperrung der Straße für Sicherheit. Im Pfarrgarten konnten Wallfahrer und Pfarrangehörige in der Begegnung mit Erzbischof Schick ihre persönlichen Anliegen vorbringen.