Während die Sportler am Fränkische-Schweiz-Marathon (FSM) auf der gesperrten B470 laufen, halten sie im Hintergrund die Stellung: Das Technische Hilfswerk (THW), die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Ebermannstadt sowie der Feuerwehren aus den umliegenden Ortsteilen hatten am Sonntag wieder alle Hände voll zu tun, um für die Sicherheit der Menschen auf der Straße zu sorgen.

Tapfer sperrten sie die Bundesstraße bis 19 Uhr ab, auch wenn so mancher Autofahrer das nicht einsehen wollte. Es ist kurz vor 10 Uhr morgens. Thomas Glas und Konstantin Kunze von der Freiwilligen Feuerwehr Pretzfeld sind noch etwas müde. "Bis jetzt ist alles ruhig", sagt Glas, "aber das wird sich spätestens ab 14 Uhr ändern." An der Kreuzung zwischen Pretzfeld und Rüssenbach jubeln gerade einige Zuschauer den vorbeieilenden Teilnehmern des FSM zu. Seit 6.30 Uhr sind die beiden Feuerwehrmänner schon im Einsatz. Und sie bleiben auch eisern bis 19 Uhr hinter der Absperrung sitzen, um verirrte Autofahrer an der Weiterfahrt zu hindern.

Mit reichlich Verpflegung

In ihrem Einsatzwagen haben sie reichlich Verpflegung verstaut, um den Tag über durchzuhalten. "Wir haben jede Menge Hawaii- und Chili-Leberkäse im Brötchen", zählt er auf, "dazu Kaffee, Kakao und Cola."

Felix Schnitzerlein ist auch mit dabei. Er gehört der Jugendfeuerwehr Pretzfeld an und verwaltet auf der Rückbank gewissermaßen das Essen und Trinken. Manchmal geben die Feuerwehrmänner auch ein Leberkäs-Brötchen an den einen oder anderen Autofahrer ab, um die Nerven zu beruhigen. "Das kommt aber darauf an, wie wütend er ist", sagt Glas. Wenn er böse ist, dann nicht.

Seit 13 Jahren machen die beiden das schon. "Uns kann nicht mehr viel überraschen. Wir haben schon allerhand erlebt und sind abgehärtet." Einmal fuhr ein besonders rabiater Autofahrer Feuerwehrmann Glas über die Füße. Glücklicherweise trug der Sicherheitsschuhe, so dass die Aktion noch einmal glimpflich ausging. "Der hat es eben einfach probiert. Gott sei Dank ist nichts passiert."

Gegen besonders erboste Zeitgenossen hilft dann manchmal nur noch die Polizei. "Manche wollten sogar die Absperrung abreißen."

Ihren Dienst verstehen die beiden als Ehrensache. Sie lassen sich von Wutausbrüchen nicht beeindrucken. "Es machen es gerne, sonst würden wir nicht alle Jahre wieder hier sitzen." Als besonders ärgerlich empfinden sie aber die Tatsache, dass fast jedes Jahr dieselben Personen kommen und sich über die Absperrung beschweren. Glas findet das respektlos. "Die Leute wissen es schon seit Monaten, dass wir heute die Straße sperren. Wir würden uns schon mehr Verständnis wünschen. In Pretzfeld steht auch das THW. Warum manche es trotzdem probieren und hier rausfahren, ist mir schleierhaft."

Drei Autos mussten sie in den frühen Morgenstunden wieder zurückschicken. Die Fahrer waren aber allesamt freundlich. Doch der Ton ändert sich erfahrungsgemäß im Lauf des Tages. Auch wenn der Marathon vorbei ist, bleibt die B470 trotzdem bis zum Abend gesperrt. "Manche wollen das nicht akzeptieren und möchten keinen Umweg fahren. Dabei ist es doch der autofreie Sonntag", sagt Kunze.