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Forchheim
Kultur

Alle Feste in Forchheim bis Ende August abgesagt - folgt im Herbst ein Kellerfest?

Die Stadt Forchheim hat offiziell alle Veranstaltungen bis zum 31. August abgesagt. Sie folgt damit dem Verbot von Großveranstaltungen aufgrund der Corona-Krise. Besonders die Annafest-Absage schmerzt.
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Der Bieranstich auf dem Annafest fällt in diesem Jahr aus. Foto: Stadt Forchheim
Der Bieranstich auf dem Annafest fällt in diesem Jahr aus. Foto: Stadt Forchheim

Die Stadtverwaltung sah sich aufgrund des Coronavirus und der Verordnungen gezwungen, schon im Vorgriff auf die endgültige Entscheidung des Ferienausschusses des Stadtrates am 28. April das Annafest mit dem großen Festzug (24. Juli bis 3. August), die Bierkeller-Saisoneröffnung (25./26. April), den Kunsthandwerkermarkt (15. bis 17. Mai), das Stadtfest (21. bis 24. Mai), den Jahrmarkt (24. Mai ), die Theatertage des "Fränkischen Theatersommers" (12./13. Juni), die Stadtparkserenade (26. Juni), die Afrika-Kulturtage (3. bis 5. Juli) und die Open-Air-Jazztage (21. bis 23. August) abzusagen.

Gleichfalls entfallen folgende nichtstädtische Veranstaltungen: Kirchweihen, Tag der Jugend, Apothekenstraßenfest, Stadttriathlon, das 25. "Quatt-Fo", das Weinfest des MV Forchheim-Buckenhofen, Trödelmärkte sowie Tauben- und Kleintiermärkte.

Kellerwald in Forchheim: Wirte sollen entlastet werden - Kellerfest im Herbst?

In Bezug auf die Wirte des Kellerwalds will die Stadt auf anfallende Gebühren verzichten. Dies erstreckt sich auch auf Geschäftstreibende der Innenstadt für die Nutzung der Außenbereiche, und Gebühren der Kindertagesstätten für April. Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) kann sich im Herbst ein spontanes Kellerfest vorstellen.

Bis ins Mark trifft die Forchheimer die Absage des 180. Annafestes mit großem Festzug, das wurde auf der Pressekonferenz der Stadt Forchheim am Freitag deutlich, zu der Oberbürgermeister Kirschstein mit Bürgermeister Franz Streit (CSU) und Citymanagerin Elena Büttner geladen hatte. "Es schmerzt mich sehr, dass dieses Fest im Jahr 2020 nicht stattfinden kann, ich halte es für einen großen Verlust, dass wir das Annafest absagen müssen, es ist ein Identifikationsmerkmal für Forchheim - wir lieben dieses Fest", sagte Kirschstein.

Wirtschaftlicher Schaden für Kellerwirte durch Annafest-Absage

Neben dem gesellschaftlichen Aspekt habe dies auch Auswirkung auf die Wirte, auf die Schaustellerfamilien, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen. "Ich würde mir an den Freistaat gerichtet wünschen, dass hier ein klares Signal kommt, dass man zu seinen Volksfesten, zu den Schaustellern steht", monierte der OB.

Auch Franz Streit, seines Zeichens "Annafest-Bürgermeister", betonte seine "Angst und Sorge um unsere Kellerwirte. Wir werden dem Stadtrat vorschlagen, dass die Gebühren für 2020 ausgesetzt werden, um den wirtschaftlichen Schaden abzufedern."

Die endgültige Entscheidung, die Volksfeste Stadtfest und Annafest und auch weitere Festivitäten unter der Ägide der Stadt abzusagen, liegt am 28. April in den Händen des Ferienausschusses des Stadtrates, für den Oberbürgermeister ein wichtiges Detail, sollen doch "trotz der Ausnahmesituation immer noch gewisse Grundrechte funktionieren, allen voran die demokratischen Grundprinzipien". Ein neuer handlungsfähiger Stadtrat wird sich trotz aller Widrigkeiten im Mai konstituieren.

Kirschstein betonte, dass die Stadt Forchheim sich in der Verpflichtung sieht, als Kommune zu stützen und zu unterstützen, wo es nur geht. In Bezug auf die Wirte des Kellerwaldes heiße dies, i2020 auf die anfallenden Gebühren zu verzichten. Dies erstreckt sich auch auf die Gebühren, die Geschäftstreibende der Innenstadt normalerweise für die Nutzung der Außenbereiche zu entrichten haben. Diese seien normalerweise in nächster Zeit fällig, würden aber nicht eingezogen. Gleiches gilt für die Gebühren der Kindertagesstätten, die für April nicht von den Eltern verlangt werden. Sukzessive werde auch für weitere Monate darauf verzichtet, sollten die Kindertagesstätten auch weiterhin nicht öffnen dürfen, so Kirschstein.

Der Oberbürgermeister sorgte sich auch um den Aspekt, "was die Corona-Pandemie mit den Menschen macht": "Wir spüren eine große Sehnsucht nach Gesellschaft und Gemeinschaft." Er könne sich im Herbst ein spontanes Kellerfest als Ausblick für die Zukunft vorstellen. Das sei noch in Planung, aber zum Ende der Saison auf dem Kellerwald vorstellbar und ebenfalls eine Möglichkeit, die Gastronomie zu stützen. Auch das "Festival der Genüsse" sei vielleicht noch nach einer Lockerung der Bestimmungen für die Gastronomiebetriebe zu einem späteren Zeitpunkt durchführbar.

Bürgermeister Streit verwies auf die Krönung der Forchheimer Bierkönigin, die am Samstag, 25. April, um 16 Uhr nichtöffentlich stattfinden soll und über Livestream im Internet mitverfolgt werden könne.