Daubner managt die 72-köpfige Abteilung für Öffentliche Sicherheit und Ordnung. "Ich freue mich auf diese unglaublich interessante, vielfältige und verantwortungsvolle Aufgabe", sagt Daubner, der nach dem Abschluss in Jura an der Universität Bayreuth zunächst bei der Regierung von Oberfranken einen Monat auf seine neue Aufgabe im Landratsamt Forchheim vorbereitet wurde. Landrat Glauber hat keine Bedenken, dass der jüngste Jurist im Haus seiner neuen Aufgabe nicht schon gewachsen wäre. "Wir alle fangen einmal neu an. Das ist doch ganz normal. Man wächst an seinen Aufgaben."

Glauber setzt auf Rotation


Glauber hat den Neueintritt zu einer umfassenden Neuausrichtung an den Spitzen der Geschäftsbereiche genutzt. Susanne Becher steht seit dieser Behörden-Rochade nun dem Fachbereich Zentrale Angelegenheiten vor, während sich Frithjof Dier ab sofort um das Thema Soziales im Landratsamt kümmert. "Juristen sind so befähigt, dass sie jeden Fachbereich übernehmen können", sagt Glauber, der mit diesem Rotationsprinzip seiner Führungskräfte nur gute Erfahrungen gemacht hat.
Jakob Daubner wird übrigens nicht aus dem Kreishaushalt bezahlt. Stattdessen ist der 29-Jährige einer von drei Juristen im Landratsamt, die ihr Geld vom Freistaat Bayern bekommen.
Das liegt daran, dass der Kreis auch hoheitliche Aufgaben der Länder wie beispielsweise die Führerschein-Vergabe übernimmt. Außer dem Straßenverkehr kümmert sich Daubner beispielsweise auch noch um die Lebensmittel-Überwachung und steht der Ausländer-Behörde vor. Besonders heikel werde es, so Daubner, wenn Gefahr für die öffentliche Sicherheit besteht. Deshalb seien Themen wie das Waffen- oder Versammlungsrecht besonders sensibel zu bearbeiten.
Derzeit pendelt Daubner noch täglich von Bayreuth nach Forchheim. In der Freizeit fährt der 29-Jährige gerne Snowboard und trifft sich so oft es geht mit Freunden. In der Behörde "unterhält" er sich meistens mit den Kollegen Ziegler und Tremel. Die beiden Herren haben das dicke blaue Buch mit dem vielsagenden Titel "Bayerische Verwaltungsgesetze" geschrieben. Kein Bestseller-Roman, aber fortan die Pflichtlektüre auf Daubners Schreibtisch.
Auf seinem Schreibtischstuhl haben schon Männer gesessen, die eine gewisse Berühmtheit erlangt haben. Carl-Christian Dressel war für die SPD im Bundestag, Peter Meyer von den Freien Wählern ist heute Vizepräsident im Landtag, Michael Meier arbeitet in Brüssel. Gegen eine solche Karriere hätte sicher auch Daubner nichts einzuwenden. An der Uni Bayreuth will er aber vorerst nicht promovieren. Das hat aber nichts mit der berühmten Doktorarbeit des Kollegen zu Guttenberg zu tun.